{"id":9642,"date":"2026-10-19T12:34:12","date_gmt":"2026-10-19T10:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9642"},"modified":"2026-10-19T13:31:54","modified_gmt":"2026-10-19T11:31:54","slug":"breitband-ortenau-full-service-modell-fuer-den-glasfaserausbau-im-flaechenlandkreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/breitband-ortenau-full-service-modell-fuer-den-glasfaserausbau-im-flaechenlandkreis\/","title":{"rendered":"Breitband Ortenau: Full-Service-Modell f\u00fcr den Glasfaserausbau im Fl\u00e4chenlandkreis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Ortenaukreis werden fast 1 Milliarde Euro in den Glasfaserausbau investiert. Rund 500 Mio. Euro davon steuert die Breitband Ortenau bei, finanziert aus Bundes- und Landesmitteln \u2014 das gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturprojekt der Region. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Josef Gl\u00f6ckl-Frohnholzer hat daf\u00fcr 40 Mitarbeiter aufgebaut, ein hybrides Ausbaumodell mit mehreren TK-Unternehmen etabliert und die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette vom F\u00f6rderantrag bis zur Bau\u00fcberwachung im Haus geb\u00fcndelt. Doch mit jeder neuen Ausbauphase w\u00e4chst der Druck: 300 bis 400 Kilometer Backbone-Trasse und tausende Kilometer Ortsnetztrassen stehen noch aus, eigenwirtschaftliche Partner ziehen sich zur\u00fcck, und die Genehmigungslage f\u00fcr kosteng\u00fcnstigere Verlegeverfahren bleibt ungel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Herr Gl\u00f6ckl-Frohnholzer, Sie leiten einen Zweckverband mit 47 kommunalen Gesellschaftern. Als Sie 2020 anfingen, waren zwei Mitarbeiter da und 700.000 Euro Jahresinvestition. Was haben Sie anders gemacht als andere Zweckverb\u00e4nde?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:&nbsp;<\/strong>Wir haben im Wesentlichen zwei Dinge anders gemacht. Erstens haben wir festgestellt, dass Dienstleistungen am Markt \u00fcberteuert sind und die Zweckverb\u00e4nde fachlich meistens nicht so aufgestellt sind, dass sie beurteilen k\u00f6nnen, was dort realisiert wird. Deshalb haben wir das komplette Portfolio an Kompetenzen bei uns aufgebaut. Ich habe mit zwei Mitarbeitern gestartet, im Moment sind wir knapp 40. Wir machen das komplette Projektmanagement \u2014 jede Kommune hat einen eigenen Projektmanager von uns. Wir machen Markt- und Versorgungsanalysen, das klassische Markterkundungsverfahren j\u00e4hrlich. Wir wissen von 128.000 Geb\u00e4uden in der Ortenau, wie jedes Geb\u00e4ude versorgt ist. Wir machen die komplette Netzplanung, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, wir bereiten alles vor f\u00fcr die Kommunen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir machen die komplette F\u00f6rdermittelberatung: F\u00f6rdermittelantr\u00e4ge, Zahlungsanforderungen, \u00c4nderungsbescheide, Zwischennachweise, Verwendungsnachweise. Wir wickeln alles mit dem F\u00f6rdermittelgeber ab. Der Breitbandausbau in Deutschland ist extremst b\u00fcrokratisch und komplex. Wir haben dieses komplette Thema f\u00fcr einen ganzen Landkreis geb\u00fcndelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem machen wir die Bau\u00fcberwachung, die Einmessungen der Trassen, das Hausanschlussmanagement. Und wir verwalten das komplette TK-Netz mit einem eigenen IT-System \u2014 Dokumentation, Verwaltung der passiven Infrastruktur, Einholung der Pachteinnahmen vom Netzbetreiber. Die Kommunen brauchen keine eigenen Kompetenzen. Wir sind Full-Service-Provider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Und der zweite Punkt?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong>&nbsp;Der zweite Ansatzpunkt: Wenn ein Fl\u00e4chenlandkreis wie die Ortenau zu 100 Prozent ausgebaut werden soll, m\u00fcssen Sie ungef\u00e4hr eine Milliarde rechnen. Deshalb haben wir ein hybrides Ausbaumodell implementiert. Wir haben proaktiv seit 2021 die einzelnen TK-Unternehmen angesprochen und mit denen abgestimmt, wer was ausbaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel: In Zell am Harmersbach baut die UGG im verdichteten Bereich aus, weil es dort \u00f6konomisch wirtschaftlich ist. Wir bauen die Au\u00dfenbereiche im Schwarzwald. Und im verdichteten Gebiet verlegt das Tiefbauunternehmen der UGG schon Leerrohre f\u00fcr uns mit \u2014 synergetische Mitverlegung. So m\u00fcssen wir die Stra\u00dfenk\u00f6rper nur einmal \u00f6ffnen. F\u00fcr das TK-Unternehmen ist es ebenfalls wirtschaftlicher, weil Mitverlegungspreise g\u00fcnstiger sind als separate Verlegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Was bedeutet das in Zahlen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Wir haben das ganze Projekt in f\u00fcnf Phasen strukturiert, jedes Jahr F\u00f6rderantr\u00e4ge gestellt. F\u00fcr alle Kommunen liegen F\u00f6rderbescheide vor. Wir investieren insgesamt 420 bis 440 Millionen Euro im gef\u00f6rderten Breitbandausbau, der eigenwirtschaftliche Ausbau umfasst etwa 500 bis 600 Millionen Euro. Also ungef\u00e4hr eine Milliarde insgesamt \u2014 das gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturprojekt der Ortenau. Das Projekt ist auf zehn Jahre ausgelegt, wir haben ungef\u00e4hr 121.000 Anschl\u00fcsse. Im Schwarzwald mit seinen verteilten Strukturen ist es aufwendig zu bauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Wie organisieren Sie die B\u00fcrgerkommunikation \u2014 machen Sie die selbst oder \u00fcberlassen Sie die den Telekommunikationsunternehmen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das muss man unterscheiden. Beim eigenwirtschaftlichen Ausbau \u2014 bei uns bauen UGG, Deutsche Glasfaser, die Telekom und die Meridian f\u00fcr Vodafone \u2014 \u00fcbernimmt h\u00e4ufig das TK-Unternehmen die Kommunikation. Wir begleiten aber: Meistens gibt es eine B\u00fcrgerveranstaltung, bei der wir das komplette hybride Modell vorstellen. Jeder B\u00fcrger wei\u00df dann, wer sein Geb\u00e4ude ausbaut und wer vor seiner Haust\u00fcr arbeitet. Auf unserer Homepage kann jeder B\u00fcrger seine Geb\u00e4udeadresse eingeben und bekommt die Information, ob er gef\u00f6rdert durch die BOKG oder durch UGG, Telekom oder jemand anders ausgebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim gef\u00f6rderten Ausbau machen wir es direkt: Wir schreiben die B\u00fcrger an, die bekommen einen Flyer, davor findet meistens eine B\u00fcrgerveranstaltung statt. Dann m\u00fcssen die B\u00fcrger die Geb\u00e4udeeigent\u00fcmererkl\u00e4rung zur\u00fcckschicken. Danach kommt unser Hausanschlussmanagement und bespricht mit den B\u00fcrgern, wo der Haus\u00fcbergabepunkt gesetzt wird. Am Ende gibt es eine Auftaktveranstaltung mit dem Netzbetreiber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Unterst\u00fctzen Sie die Kommunen auch beim eigenwirtschaftlichen Ausbau, den die TK-Unternehmen verantworten?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Ja, massiv. Wir haben Bau\u00fcberwacher, die wir den Kommunen zur Verf\u00fcgung stellen. Die Bau\u00e4mter sind meist \u00fcberfordert: Welche rechtliche Grundlage gibt es, wie ist die Verlegetiefe, welche M\u00f6glichkeiten hat die Kommune, das Bauunternehmen unter Druck zu setzen, kann ich eine Gew\u00e4hrleistungsb\u00fcrgschaft einholen? Die B\u00fcrgermeister und Bau\u00e4mter werden von uns per Newsletter st\u00e4ndig informiert, welche Ver\u00e4nderungen es im Glasfaserausbau gibt und welche Werkzeuge wir den Kommunen an die Hand geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Auch bei Ihnen hat sich die UGG aus Teilen des eigenwirtschaftlichen Ausbaus zur\u00fcckgezogen. Was bedeutet das f\u00fcr den Zweckverband?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Durch diese Dynamik am Markt h\u00e4lt sich der eigenwirtschaftliche Ausbaupartner an keine verbindlichen Aussagen. Das Folgeproblem: Wenn Sie eine Leistung ausgeschrieben haben, ver\u00e4ndert die sich st\u00e4ndig. Dann haben Sie Schadensersatzforderungen. Das trifft viele Zweckverb\u00e4nde, die Leistungen extern einkaufen, weil sie diese Variabilit\u00e4t nicht abfangen k\u00f6nnen. Bei uns bleiben die Konsequenzen beherrschbar, weil wir die Netzplanung im Haus haben. H\u00e4tten wir einen externen Planer beauftragt, h\u00e4tte das erheblichen Schadensersatz bedeutet.&nbsp;Das trifft viele Zweckverb\u00e4nde, die Leistungen extern einkaufen, weil sie diese Variabilit\u00e4t nicht abfangen k\u00f6nnen. Bei uns bleiben die Konsequenzen beherrschbar, weil wir die Netzplanung im Haus haben. H\u00e4tten wir einen externen Planer beauftragt, h\u00e4tte das erheblichen Schadensersatz bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Wie stellen Sie sicher, dass die richtigen Materialien verbaut werden?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Wir haben Rahmenvertr\u00e4ge geschlossen und die Materialqualifizierung im Vorfeld vorgenommen. Die Netzbauer, die f\u00fcr uns bauen, k\u00f6nnen auf diesen Rahmenvertrag zugreifen. So haben wir ein standardisiertes Materialkonzept definiert. Wir geben Hersteller vor, die Lagerhaltung wird hier in der Ortenau gemacht, Distributionszeitr\u00e4ume sind definiert. Der Netzbauer hat den Vorteil: Das Material ist da, es ist nach unseren Vorgaben vorr\u00e4tig. Wenn ein Netzbauer einen Zuschlag bekommt und erst dann anf\u00e4ngt, einen Beton-PoP zu bestellen, dauert das vier, f\u00fcnf Monate. Bei uns sind die PoPs vordisponiert und sofort abrufbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil wir im \u00f6ffentlichen Dienst sind, haben wir das so gel\u00f6st: Wo der Netzbauer selbst f\u00fcr das Material verantwortlich ist, offerieren wir nur die M\u00f6glichkeit, \u00fcber einen vorab definierten Vertrag mit einem Hersteller zu guten Konditionen abzurufen. Er muss es aber nicht. So umgehen wir die Ausschreibungspflicht f\u00fcr verbindliche Abnahmemengen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Wer baut konkret \u2014 und wie qualifizieren Sie die Bauunternehmen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben ein dynamisches Beschaffungsmanagement eingef\u00fchrt. Sie machen eine Vorqualifizierung mit speziellen Referenzen im gef\u00f6rderten Glasfaserausbau. Wir haben drei Kategorien. Aus 28 Bewerbern haben wir sechs hochqualifizierte Bauunternehmen ausgew\u00e4hlt, die meisten aus der Region oder Baden-W\u00fcrttemberg. Das sind Unternehmen, die in der Ortenau auch andere Tiefbauaktivit\u00e4ten haben. Die bekommen ein Leistungsverzeichnis, bepreisen es, und wer den niedrigsten Preis abgibt, bekommt den Zuschlag. Regionale Wertsch\u00f6pfung ist dabei ein wichtiger Aspekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Geben Sie den Bauunternehmen auch die Verlegeverfahren vor?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Ja, im Leistungsverzeichnis stehen Normen und Verlegeverfahren. Wir befahren die Trassen im Vorfeld, wissen, welche Oberfl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung stehen, wo Pflugverfahren eingesetzt werden kann, wo offene Bauweise oder Sp\u00fclbohrung n\u00f6tig ist. Unsere Netzplaner ermitteln die Mengen im Vorfeld: Wie viele Meter offene Bauweise, wie viele Meter Sp\u00fclbohrung, welche Pflasteroberfl\u00e4chen. Und das Leistungsverzeichnis entwickelt sich iterativ weiter \u2014 wenn bei einer Tiefbauma\u00dfnahme viele Nachtr\u00e4ge auf einer Position kommen, flie\u00dft das ins n\u00e4chste Leistungsverzeichnis ein, um solche Nachtr\u00e4ge k\u00fcnftig zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Microtrenching ist kein Thema bei Ihnen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Nein, wir machen kein Microtrenching. Auch keines der eigenwirtschaftlichen TK-Unternehmen macht Microtrenching bei uns \u2014 weder Deutsche Glasfaser noch UGG noch Telekom. Sehr viel wird ausgebohrt, vor allem bei der UGG beziehungsweise Insyte. Das machen die wirklich professionell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Die DIN 18220 definiert die Verlegung im Stra\u00dfenbankett als Regelverfahren. Bei Ihren noch ausstehenden 300 bis 400 Kilometern Backbone \u2014 warum setzen Sie das nicht ein?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir hatten mit einem Anbieter solcher Verfahren bereits Kontakt. Kosteng\u00fcnstiger ist es in bestimmten Bereichen, ja \u2014 dort, wo Sie gro\u00dfe L\u00e4ngen machen m\u00fcssen, bei Backbone-Anbindungen, macht es Sinn. In einem Ortsnetz mit vielen Einzelhausanschl\u00fcssen macht so eine Maschine keinen Sinn. Und Sie haben keinen Platz im Gehweg. Au\u00dferhalb der Ortschaften sinnvoll, innerhalb schwieriger. Das Problem ist die Genehmigungsseite. Sie m\u00fcssen das Verfahren in die Genehmigung bringen im Kontext mit dem Tr\u00e4ger des Stra\u00dfenk\u00f6rpers. Und dort sind diese Verfahren im Moment nicht freigegeben. Deshalb konnten wir das bisher nicht umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: 200 Kilometer Backbone haben Sie schon verbaut. Wie viel kommt noch?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Noch mal 300 bis 400 Kilometer Backbone-Trasse. Wir versuchen, so viel Synergien wie m\u00f6glich zu nutzen. Insgesamt verlegen wir 160 Kilometer synergetisch bei den TK-Unternehmen mit. In Zell zum Beispiel baut die UGG den Backbone von Biberach nach Zell, und wir machen eine Mitverlegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland stehen 52,8 Prozent der Geb\u00e4ude als Homes Passed, aber nur 27,3 Prozent sind tats\u00e4chlich angeschlossen. Wie sieht das in der Ortenau aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Ortenau hatten wir letztes Jahr schon 52 Prozent Homes Passed und 27 Prozent Homes Connected \u2014 das Abbild ist das gleiche wie bundesweit. In Baden-W\u00fcrttemberg insgesamt liegen wir bei 33 Prozent Homes Passed und 27 Prozent Connected. Das Ph\u00e4nomen ist \u00fcberall identisch: Die B\u00fcrger nehmen das Angebot nicht ausreichend wahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Wie lie\u00dfe sich die Anschlussquote erh\u00f6hen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Meines Erachtens mit zwei Rahmenbedingungen. Erstens: ein klarer Termin f\u00fcr die Kupfer-Glas-Migration. Ab 2030 oder 2032 wird migriert, dann ist Schluss mit Kupferleitungen. Dann ist die Notwendigkeit da. \u00dcber die technische Argumentation oder Performance-Diskussion allein gewinnen Sie keinen zus\u00e4tzlichen Kunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens muss man aufpassen, dass der verbleibende Alternativanbieter dann keine \u00fcberh\u00f6hten Preise ansetzt. M\u00f6glicherweise braucht es eine obere Preisvorgabe, damit die B\u00fcrger sich nicht \u00fcbers Ohr gehauen f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Die Kabelnetzbetreiber spielen bei der F\u00f6rderung eine Sonderrolle.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Ja, das ist ein gro\u00dfes Problem. Kupfernetze k\u00f6nnen Sie gef\u00f6rdert \u00fcberbauen. Kabelnetze nicht. In der Praxis hei\u00dft das: Sie legen an ein Geb\u00e4ude, das \u00fcber Kupfer versorgt ist und keinen Kabelnetzanschluss hat, eine Glasfaser. Das Haus daneben, das \u00fcber DOCSIS versorgt ist, k\u00f6nnen Sie nicht gef\u00f6rdert anschlie\u00dfen. Dann fangen Sie in ein paar Jahren dort wieder eine Tiefbauleistung an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>DEKOM: Was w\u00fcrden Sie einer Kommune raten, die keine eigenen Kompetenzen hat und sich dem gef\u00f6rderten Ausbau n\u00e4hern will?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gl\u00f6ckl-Frohnholzer:<\/strong> Sich mit mehreren Kommunen zusammenschlie\u00dfen und einen Zweckverband gr\u00fcnden. Das w\u00e4re der erste wesentliche Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Vielen Dank!<\/em><\/strong> (DEKOM, 19.10.2026) <a href=\"https:\/\/www.breitband-ortenau.de\/\">Mehr Infos hier&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Ortenaukreis werden fast 1 Milliarde Euro in den Glasfaserausbau investiert. Rund 500 Mio. Euro davon steuert die Breitband Ortenau bei, finanziert aus Bundes- und Landesmitteln \u2014 das gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturprojekt der Region. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Josef Gl\u00f6ckl-Frohnholzer hat daf\u00fcr 40 Mitarbeiter aufgebaut, ein hybrides Ausbaumodell mit mehreren TK-Unternehmen etabliert und die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette vom F\u00f6rderantrag bis zur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9642","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9642"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9642\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9651,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9642\/revisions\/9651"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}