{"id":9657,"date":"2026-10-26T12:04:33","date_gmt":"2026-10-26T10:04:33","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9657"},"modified":"2026-10-26T13:55:10","modified_gmt":"2026-10-26T11:55:10","slug":"photovoltaik-recycling-auf-kommunalen-liegenschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/photovoltaik-recycling-auf-kommunalen-liegenschaften\/","title":{"rendered":"Photovoltaik-Recycling auf kommunalen Liegenschaften"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten gro\u00dfen Photovoltaik-Jahrg\u00e4nge aus der fr\u00fchen EEG-Phase erreichen das Ende ihrer Betriebsdauer. Ein erheblicher Teil dieser Anlagen steht auf Schuld\u00e4chern, Kl\u00e4rwerken und Bauh\u00f6fen, also auf kommunalen Liegenschaften, f\u00fcr deren R\u00fcckbau und Verwertung die \u00f6ffentliche Hand verantwortlich ist. Laut einer Prognose der International Renewable Energy Agency (IRENA) kommen allein in Deutschland bis 2030 rund 400.000 Tonnen Solarmodule j\u00e4hrlich neu in den Abfallstrom. Der Markt beantwortet die Frage, was mit diesen Modulen passiert, bislang \u00fcberwiegend mit Schreddern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Dresdner Technologieunternehmen FLAXRES hat ein patentiertes Verfahren entwickelt, das die Materialien per Lichtpuls sortenrein trennt, ohne Chemikalien und ohne den Energieaufwand thermischer Verfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis 2030 kommen laut der IRENA-Studie rund 400.000 Tonnen Solarmodule j\u00e4hrlich neu in den Abfallstrom. Nico Bernstein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der FLAXRES GmbH und des Tochterunternehmens FLAXRES Operations Europe GmbH, beobachtet allerdings, dass die tats\u00e4chlichen Ausfallraten h\u00f6her liegen als die Lebensdauermodelle unterstellen. Gerade bei Modulen, die vor 10 bis 15 Jahren installiert worden seien, zeigten sich zunehmend Qualit\u00e4tsprobleme, sagt Bernstein. R\u00fcckseitenfolien rissen, Gutachter schl\u00f6ssen eine Wiederverwendung der Module aus. FLAXRES habe zuletzt einen Solarpark mit rund 6.000 Modulen \u00fcbernommen, der nach 14 Jahren vollst\u00e4ndig als Schrott eingestuft worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Problem, das in der kommunalen Praxis bislang wenig Aufmerksamkeit findet, sind verpachtete Fl\u00e4chen. Bernstein kennt F\u00e4lle, in denen ein Betreiber einen Solarpark auf kommunalem Grund errichtet hat, die Firma nicht mehr existiert und die Pacht ausl\u00e4uft. Die Module bleiben beim Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer liegen, also bei der Kommune. Solche F\u00e4lle z\u00f6gen zun\u00e4chst rechtliche Kl\u00e4rung nach sich, r\u00e4umt Bernstein ein. Am Ende stehe aber die praktische Frage, wohin mit den Modulen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim herk\u00f6mmlichen Schreddern wird das Modul zerkleinert und das Material sortiert. Das FLAXRES-Verfahren setzt stattdessen einen Lichtblitz ein, dessen Intensit\u00e4t dem 50.000- bis 80.000-fachen des normalen Sonnenlichts entspricht. Der Blitz erzeugt an der Oberfl\u00e4che des Siliziumwafers einen extremen Temperaturgradienten, der den Kunststoff an der Grenzschicht vergast und den Wafer vom Verbund trennt. Anders als bei der Pyrolyse, bei der das gesamte Modul erhitzt und der Kunststoff vollst\u00e4ndig vergast werde, bleibe der Gro\u00dfteil des Moduls von der thermischen Belastung weitgehend unber\u00fchrt, erl\u00e4utert Bernstein. Die Emissionen seien dadurch minimal, der Energieaufwand liege bei unter einer Kilowattstunde pro Modul. In einem Massentest hat FLAXRES bereits im Jahr 2022 7,5 Tonnen Solarmodule verarbeitet und dabei \u00fcber 200 Kilogramm Silizium, 4 Kilogramm Silber und 4,9 Tonnen Glas in hoher Reinheit zur\u00fcckgewonnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den wirtschaftlichen Hebel sieht Bernstein weniger im Recyclingprozess selbst als in der Weiterverwendung der gewonnenen Materialien. Laut einer Erhebung des Fraunhofer-Instituts liege der Materialwert bei einer herk\u00f6mmlichen Verwertung bei rund 10 Euro pro Modul. Das sortenreine Verfahren erziele h\u00f6here Werte, die genaue H\u00f6he h\u00e4nge allerdings von den jeweiligen Abnehmerm\u00e4rkten ab. Bernstein sieht das Potenzial nicht in einem einzelnen Wertstoff, sondern in der m\u00f6glichst hochwertigen R\u00fcckgewinnung aller im Modul enthaltenen Materialien. Glas stellt zwar den gr\u00f6\u00dften Massenanteil dar, zugleich gewinnen aber auch Silizium, Silber, Aluminium und weitere Fraktionen an Bedeutung. Je sortenreiner die Materialien zur\u00fcckgewonnen werden k\u00f6nnen, desto h\u00f6her ist ihr Potenzial f\u00fcr die weitere Verwendung in industriellen Wertsch\u00f6pfungsketten. Beim Schreddern entstehe dagegen h\u00e4ufig Glaswolle, ein Downcycling, bei dem das Glas f\u00fcr hochwertige Anwendungen verloren gehe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr kommunale Betriebe, die R\u00fcckbau und Verwertung ausschreiben, ist eine klare Rollenverteilung entscheidend. FLAXRES entwickelt die patentierte Verfahrenstechnologie, w\u00e4hrend die FLAXRES Operations Europe GmbH als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb auch die Annahme und Behandlung von Photovoltaikmodulen \u00fcbernehmen kann. Dadurch k\u00f6nnen sowohl Sammlung und Logistik als auch die hochwertige Verwertung aus einer Hand oder gemeinsam mit regionalen Entsorgungspartnern organisiert werden. Wer bei Ausschreibungen besonderen Wert auf eine hochwertige stoffliche Verwertung legt, sollte bei der Auswahl auf die eingesetzte Technologie und die Verwertungswege der Materialien achten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sammlung und Logistik \u00fcbernimmt die FLAXRES Operations Europe dabei teilweise selbst und arbeitet dar\u00fcber hinaus mit bestehenden Entsorgungs- und Logistikpartnern zusammen. \u201eDie Intelligenz ist die Sammlung\u201c, fasst Bernstein zusammen. Verschiedene Entsorgungsunternehmen seien bereits mit Anfragen an FLAXRES herangetreten, um bestehende Logistikstrukturen mit der Verfahrenstechnologie zu verbinden. F\u00fcr die kommunale Ebene bedeutet das, dass die vorhandenen Sammel- und Entsorgungsstrukturen nicht ersetzt, sondern um eine technologisch h\u00f6herwertige Verwertungsoption erg\u00e4nzt werden. (DEKOM, 26.10.2026) <a href=\"https:\/\/www.flaxres.com\/de\/flaxres-photovoltaik-recycling-neu-gedacht\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber FLAXRES<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die FLAXRES GmbH mit Sitz in Dresden ist ein Technologieunternehmen f\u00fcr die sortenreine Trennung von Verbundwerkstoffen, spezialisiert auf das Recycling von Photovoltaikmodulen. Das patentierte Lichtpulsverfahren arbeitet ohne Chemikalien und mit einem Bruchteil des Energieaufwands thermischer Verfahren. Gemeinsam mit der FLAXRES Operations Europe GmbH deckt das Unternehmen sowohl die Weiterentwicklung der Technologie als auch die operative Behandlung von Photovoltaikmodulen ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten gro\u00dfen Photovoltaik-Jahrg\u00e4nge aus der fr\u00fchen EEG-Phase erreichen das Ende ihrer Betriebsdauer. 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