{"id":9689,"date":"2026-11-02T12:08:07","date_gmt":"2026-11-02T10:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9689"},"modified":"2026-11-02T12:08:07","modified_gmt":"2026-11-02T10:08:07","slug":"plattformbasierte-schuelerbefoerderung-weniger-verwaltungsaufwand-niedrigere-sachkosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/plattformbasierte-schuelerbefoerderung-weniger-verwaltungsaufwand-niedrigere-sachkosten\/","title":{"rendered":"Plattformbasierte Sch\u00fclerbef\u00f6rderung \u2014 Weniger Verwaltungsaufwand, niedrigere Sachkosten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sch\u00fclerbef\u00f6rderung geh\u00f6rt zu den pflichtigen Ausgaben, die in jedem Kreishaushalt stehen und \u00fcber die selten gesprochen wird. Im aktuellen Entwurf des Dresdner Haushalts stehen daf\u00fcr knapp zehn Millionen Euro. Wie viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf eine organisierte Bef\u00f6rderung angewiesen sind, weil der Schulweg zu Fu\u00df nicht zumutbar ist, erfasst kaum eine zentrale amtliche Statistik. Stadt.Land.Netz geht auf Basis der eigenen Daten von rund der H\u00e4lfte aus. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon nutzt den regul\u00e4ren \u00d6PNV und braucht eine Fahrkarte. Zwischen einer Million und 1,5 Millionen Kinder fahren t\u00e4glich mit Fahrdiensten, weil es keinen \u00d6PNV gibt oder weil k\u00f6rperliche oder geistige Einschr\u00e4nkungen die Nutzung \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel ausschlie\u00dfen. Das Dresdner Unternehmen Stadt.Land.Netz hat mit der Plattform VIA eine Cloud-L\u00f6sung entwickelt, die den gesamten Prozess von der Antragstellung \u00fcber die Anspruchspr\u00fcfung bis zur Routenplanung digitalisiert \u2014 und dabei sowohl den Verwaltungsaufwand als auch die Sachkosten senkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lars Lehmann, einer der beiden Gr\u00fcnder von Stadt.Land.Netz, kennt den Ausgangszustand in den Schulverwaltungs\u00e4mtern aus zehn Jahren Projektarbeit. \u201eViele unserer Kunden haben mit Excel und Google Maps gearbeitet, manche hatten tats\u00e4chlich noch Papierantr\u00e4ge in Ordnern h\u00e4ngen\u201d, sagt Lehmann. In der Stadt Dortmund, einer der Referenzen des Unternehmens, gehen j\u00e4hrlich rund 17.000 Antr\u00e4ge auf Sch\u00fclerbef\u00f6rderung ein. Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten sie. Bevor die Plattform im Einsatz war, tippten Sachbearbeiter die Papierantr\u00e4ge einzeln in den Computer, die Schulen erfassten dieselben Daten erneut, und das Verkehrsunternehmen, das die Fahrscheine ausgab, gab den Antrag ein drittes Mal in sein eigenes System ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">VIA ersetzt diese Mehrfacherfassung durch eine durchg\u00e4ngige Prozesskette. Die Plattform verbindet Verwaltung, Eltern, Schulen und Verkehrsunternehmen auf einer gemeinsamen Oberfl\u00e4che. Eltern stellen den Antrag \u00fcber ein Online-Portal, das mobil optimiert ist. \u201e60 bis 70 Prozent der Zugriffe finden auf dem Mobilger\u00e4t zwischen 18 und 21 Uhr statt\u201d, berichtet Lehmann. Die Eltern sitzen am Abendbrottisch und erledigen den Antrag auf dem Telefon. Bei einigen Kunden liege die Online-Quote mittlerweile bei 80 bis 90 Prozent \u2014 ohne Pflicht, allein durch Akzeptanz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Unterschied zu einem blo\u00dfen Online-Formular liegt in der integrierten Anspruchspr\u00fcfung. Jedes Bundesland hat eigene Schulgesetze, jeder Landkreis eigene Satzungen, und die Pr\u00fcfung eines einzelnen Antrags erfordert die Abfrage von Mindestentfernungen, n\u00e4chstgelegener Schule, Bildungszweig und Zumutbarkeit des \u00d6PNV. VIA f\u00fchrt diese Pr\u00fcfung bereits bei der Antragstellung durch und zeigt den Eltern das Ergebnis sofort an. Lehmann beschreibt den Effekt so: Die meisten Widerspr\u00fcche und Verwerfungen zwischen Verwaltung und B\u00fcrgern entst\u00fcnden dort, wo die B\u00fcrger nicht w\u00fcssten, welche Regeln gelten. Indem das Portal die Regeln transparent mache und auf den konkreten Fall anwende, gingen die Widerspruchszahlen messbar zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr F\u00e4lle, in denen kein Anspruch besteht, hat Stadt.Land.Netz eine Funktion eingebaut, die den Frust der Eltern in einen Gesch\u00e4ftsvorgang umwandelt. Neben dem Hinweis auf die Ablehnung erscheint ein zweiter Button, \u00fcber den die Eltern eine Fahrkarte auf eigene Kosten beim Verkehrsunternehmen bestellen k\u00f6nnen. Der Antrag geht dann nicht in die Verwaltung, sondern direkt an den Verkehrsbetrieb, es entsteht ein privatrechtlicher Vertrag. \u201eDas sind kleine Hebel, mit denen man echten B\u00fcrgerservice heben kann\u201d, sagt Lehmann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Hebel ist finanzieller Natur und betrifft die Sachkosten. Stadt.Land.Netz hat das Bef\u00f6rderungssystem eines Pilotkunden, das \u00fcber Jahre manuell gepflegt worden war, in seine Routenoptimierungsalgorithmen eingegeben. Das Ergebnis waren 30 Prozent g\u00fcnstigere Fahrdienstkonstellationen. Selbst f\u00fcnf Prozent Einsparung, die nach Lehmanns Einsch\u00e4tzung leicht zu erreichen seien, entspr\u00e4chen bei einem durchschnittlichen Landkreis einem sechsstelligen Betrag. Die Einsparung entstehe, weil die Personen im Schulverwaltungsamt zwar gute Verwaltungsangestellte seien, aber keine Verkehrsplaner. Indem eine Software routenoptimiere und Fahrten zusammenlege, lie\u00dfen sich Sachkosten senken, ohne die gesetzliche Bef\u00f6rderungspflicht einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lizenzkosten f\u00fcr VIA liegen zwischen 500 und 2.500 Euro pro Monat, je nach Modulumfang und Sch\u00fclerzahl. Hosting in der Open Telekom Cloud der Deutschen Telekom, Support und Datenverarbeitung ausschlie\u00dflich innerhalb der EU sind im Preis enthalten. Lehmann stellt die Rechnung lapidar auf: Ein halber Verwaltungsmitarbeiter koste mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stadt.Land.Netz betreut mittlerweile eine dreistellige Zahl \u00f6ffentlicher Auftraggeber in allen Bundesl\u00e4ndern au\u00dfer dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Typische Kunden sind Landkreise und kreisfreie St\u00e4dte, daneben auch Landschaftsverb\u00e4nde in Nordrhein-Westfalen. Das Onboarding neuer Kunden dauert ein bis drei Monate. Stadt.Land.Netz \u00fcbernimmt die Datenmigration, schult die Sachbearbeiter und f\u00fchrt die einzelnen Module schrittweise ein, um den Umbruch im Arbeitsalltag beherrschbar zu halten. (DEKOM, 02.11.2026) <a href=\"https:\/\/stadtlandnetz.de\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>\u00dcber Stadt.Land.Netz<\/u><\/strong><br>Stadt.Land.Netz wurde 2016 von Lars Lehmann und Marcus Dawidjan in Dresden gegr\u00fcndet und entwickelt mit der Cloud-Plattform VIA eine digitale Gesamtl\u00f6sung f\u00fcr die kommunale Sch\u00fclerbef\u00f6rderung. Die Plattform verbindet Schulverwaltungs\u00e4mter, Eltern, Schulen und Verkehrsunternehmen und deckt den Prozess von der Antragstellung \u00fcber die Anspruchspr\u00fcfung bis zur Routenoptimierung ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fclerbef\u00f6rderung geh\u00f6rt zu den pflichtigen Ausgaben, die in jedem Kreishaushalt stehen und \u00fcber die selten gesprochen wird. Im aktuellen Entwurf des Dresdner Haushalts stehen daf\u00fcr knapp zehn Millionen Euro. 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