{"id":9691,"date":"2026-11-02T12:08:51","date_gmt":"2026-11-02T10:08:51","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9691"},"modified":"2026-11-02T12:08:51","modified_gmt":"2026-11-02T10:08:51","slug":"stadt-apps-zwischen-abschaltung-und-erfolg-st-ingbert-erreicht-mit-ingo-jeden-vierten-einwohner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/stadt-apps-zwischen-abschaltung-und-erfolg-st-ingbert-erreicht-mit-ingo-jeden-vierten-einwohner\/","title":{"rendered":"Stadt-Apps zwischen Abschaltung und Erfolg \u2014 St. Ingbert erreicht mit INGO jeden vierten Einwohner"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob Busfahrplan oder \u00d6ffnungszeiten des B\u00fcrgerb\u00fcros \u2013 wer etwas \u00fcber seinen Wohnort wissen will, greift zuerst zum Smartphone. Viele St\u00e4dte haben deshalb in den vergangenen Jahren eigene Apps auf den Markt gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit h\u00e4ufen sich allerdings die Abschiede. M\u00fchlacker im Enzkreis stellt seine Stadt-App ein, weil die Nutzerzahlen seit Monaten sinken und die Anwendung \u00fcberwiegend auf die Homepage weiterleite. M\u00fcnchen hat seine \u201emuenchen App\u201c im Sommer trotz knapp 220.000 Downloads abgeschaltet, der Betrieb sei zu aufwendig geworden, hei\u00dft es aus dem IT-Referat. K\u00f6ln hatte sich schon zuvor von seiner Service-App getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie verbreitet City-Apps tats\u00e4chlich sind, hat das Beratungsunternehmen cima in seiner <a href=\"https:\/\/cimamonitor.de\/wp-content\/uploads\/cima_whitepaper_city-apps_final.pdf\">Deutschlandstudie City Apps<\/a> untersucht. Demnach nutzen 27 Prozent der befragten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger eine solche Anwendung. Wer sie installiert hat, bleibt allerdings dabei, 70 Prozent dieser Gruppe \u00f6ffnen ihre App t\u00e4glich oder mehrmals pro Woche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als zentrales Hindernis nennt die Studie die fehlende Bekanntheit. Viele Einwohner wissen schlicht nicht, ob es an ihrem Ort \u00fcberhaupt eine App gibt, eine Pressemitteilung zum Start reiche deshalb nicht aus. Hinzu kommen Anspr\u00fcche an eine einfache Bedienung und den Umgang mit Daten. Zudem brauche der Betrieb dauerhaft Personal und Geld. Die Beispiele K\u00f6ln und M\u00fchlacker zeigen ein weiteres Problem. Eine App, die im Kern nur die Website wiederholt, kann sich auf Dauer kaum behaupten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es anders geht, zeigt St. Ingbert im Saarpfalz-Kreis. Die Stadt mit rund 36.000 Einwohnern kommt mit ihrer <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/stadtsanktingbert\/posts\/eure-stadt-eure-app-9000-downloads-%E2%84%B9%EF%B8%8F-ob-aktuelle-nachrichten-aus-der-stadt-vera\/1516439920529727\/\">App INGO<\/a> inzwischen auf rund 9.000 Nutzerinnen und Nutzer und erreicht damit rechnerisch etwa jeden vierten Einwohner. INGO startete im Fr\u00fchjahr 2024, entwickelt mit dem <a href=\"https:\/\/fortiter.eu\/\">Saarbr\u00fccker Anbieter fortiter<\/a> und gef\u00f6rdert \u00fcber das Programm \u201eZukunftsf\u00e4hige Innenst\u00e4dte und Zentren\u201c. Die App b\u00fcndelt Nachrichten per Push-Mitteilung, Veranstaltungstermine, einen Stadtplan und Zug\u00e4nge zu Online-Diensten des Rathauses. Eine Anmeldung ist nicht n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von einer blo\u00dfen Verl\u00e4ngerung der Website unterscheidet sich INGO vor allem durch die Einbindung der \u00f6rtlichen Wirtschaft. Gewerbetreibende ver\u00f6ffentlichen \u00d6ffnungszeiten, Angebote, Gutscheine oder Stellenanzeigen, die Bandbreite reicht von der Buchhandlung bis zum Bestattungsunternehmen. Weil H\u00e4ndler und Betriebe ihre Eintr\u00e4ge selbst pflegen, verteilt sich die Arbeit an den Inhalten auf viele Schultern. Die laufenden Kosten seien nach Darstellung des Anbieters gering, das Betriebsmodell sei darauf ausgelegt, dass die Pflege der Inhalte mit minimalem Aufwand gelingt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vom Stadtnamen abgeleitete Name stiftet zus\u00e4tzlich lokale Identit\u00e4t. Neue Betriebe stellt die Stadt regelm\u00e4\u00dfig in eigenen Meldungen vor, beim ersten st\u00e4dtischen Digitaltag gab es zudem Hilfe beim Einrichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fachjurys haben das Konzept 2025 zweimal ausgezeichnet, beim Bundeswettbewerb \u201eKommunal.Digital.Genial\u201c und mit dem Sonderpreis \u201eInnovatives Stadtmarketing\u201c beim Marketing Award Saar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das M\u00fcnchner Beispiel zeigt, dass ein gro\u00dfer Funktionsumfang allein keine dauerhaft tragf\u00e4hige App garantiert. In St. Ingbert tragen vor allem der lokale Handel und die best\u00e4ndige Ansprache durch die Stadt das Angebot. M\u00fchlacker hat den Punkt der Abschaltung erreicht. St. Ingbert ist davon weit entfernt. (DEKOM, 02.11.2026) <a href=\"https:\/\/www.st-ingbert.de\/info-service\/ingo-stadt-app\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Busfahrplan oder \u00d6ffnungszeiten des B\u00fcrgerb\u00fcros \u2013 wer etwas \u00fcber seinen Wohnort wissen will, greift zuerst zum Smartphone. Viele St\u00e4dte haben deshalb in den vergangenen Jahren eigene Apps auf den Markt gebracht. Derzeit h\u00e4ufen sich allerdings die Abschiede. 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