Breites Bündnis fordert verlässliche Reform: Vom GEG zum Gebäudemodernisierungsgesetz

Ein breites Bündnis aus Energiewirtschaft, Immobilienbranche, Kommunen und Handwerk hat die Bundesregierung aufgefordert, endlich Planungssicherheit zu schaffen. Angesichts der geplanten Weiterentwicklung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) verlangen 14 Spitzenverbände – darunter BDEW, VKU, ZIA und der Deutsche Städtetag – ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept. Ihre Kernbotschaft: Die Wärmewende braucht weniger Bürokratie und darf Investitionen nicht durch erneute Unsicherheiten gefährden. Der Zeitplan ist eng. Die Bundesregierung will bereits Ende Januar Eckpunkte und Ende Februar einen ersten Gesetzentwurf vorlegen. Für die unterzeichnenden Verbände ist dies der entscheidende Moment, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Das bestehende GEG enthalte zu viele kleinteilige und praxisferne Regelungen, die die Realität der Gebäudeeigentümer und die komplexen Zusammenhänge der Wärmeversorgung ignorierten. Eine Reform müsse daher auf Vereinfachung und Technologieoffenheit setzen. Disruptive Eingriffe in den Markt müssten vermieden werden, um das fragile Vertrauen von Investoren und Bürgern nicht weiter zu beschädigen. Ein zentraler Kritikpunkt: die mangelnde Verzahnung der verschiedenen regulatorischen Ebenen. Die Reform des GEG, die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD), die kommunale Wärmeplanung und die Novellierung des Fernwärmerechts müssten endlich aus einem Guss erfolgen. Die EPBD, die bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt sein muss, verlangt eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudebestands mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Die Verbände mahnen, die Anforderungen so zu gestalten, dass sie sowohl dezentrale Lösungen als auch den Ausbau der Wärmenetze stärken – ohne Planer und Versorger in Detailberechnungen ersticken zu lassen. Inhaltlich plädieren BDEW, VKU und ihre Partner für mehr Flexibilität bei der Erfüllung der Klimaziele. Die 65-Prozent-Regel für Erneuerbare Energien sei geeignet, den Hochlauf zu unterstützen. Doch ambitionsgleiche Alternativen müssten möglich sein, die sich an der tatsächlichen CO2-Minderung orientieren. Gerade im Bestand, wo Millionen Gas- und Ölheizungen ersetzt werden müssen, sei starres Festhalten an Einzeltechnologien kontraproduktiv. Stattdessen sollten Quartierslösungen, Hybridanlagen und KWK-Konzepte gleichberechtigten Marktzugang erhalten. Die kommunale Wärmeplanung müsse hierbei als verlässliche Investitionsgrundlage für Eigentümer dienen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung. Eine erfolgreiche Transformation sei ohne verlässlichen Förderrahmen nicht denkbar. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und Wärmenetze (BEW) müsse langfristig auskömmlich ausgestattet sein, um soziale Härten abzufedern und Akzeptanz zu sichern. Die Verbände weisen darauf hin, dass Unternehmen und Privatleute bereits hohe Summen auf Basis des aktuellen Rechtsrahmens investiert haben. Diese Wertschöpfung und die entstandenen Arbeitsplätze dürften nicht durch kurzfristige politische Kurswechsel gefährdet werden. Das Bündnis bietet der Politik nun Gespräche an, um Praxiswissen in das Gesetzgebungsverfahren einzubringen und das GMG zu einem investitionsfreundlichen Regelwerk zu machen. (DEKOM, 26.01.2026) Ganzer Artikel hier…

Print Friendly