42 Prozent der Gemeinden ohne öffentliche Ladeinfrastruktur

Rund 42 Prozent der Gemeinden in Deutschland verfügen über keine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag hervor. Demnach gibt es aktuell in 4.548 der insgesamt 10.775 Gemeinden keinen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Besonders betroffen sind kleinere Kommunen. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass die Versorgung in größeren Städten und Gemeinden deutlich besser ausfällt. Von den Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern verfügen 99 Prozent über mindestens einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt. Auch zwischen den Bundesländern bestehen erhebliche Unterschiede. Während sämtliche Kommunen in Bremen, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland mit öffentlicher Ladeinfrastruktur ausgestattet sind, liegen die Versorgungsquoten in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen deutlich niedriger. Die Bundesregierung sieht den Ausbau der Ladeinfrastruktur als wichtige Voraussetzung für die weitere Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Dies gilt insbesondere für Haushalte ohne eigene Stellplätze oder private Lademöglichkeiten. Für viele Kommunen stellt sich inzwischen weniger die Frage, ob Ladeinfrastruktur aufgebaut werden soll, sondern wie zusätzliche Ladepunkte in bestehende Orts- und Straßenbilder integriert werden können. Häufig bremsen Zielkonflikte zwischen Elektromobilität, Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit sowie Anforderungen des Denkmal- und Stadtbildschutzes den Ausbau vor Ort. Insbesondere in historischen Innenstädten oder dicht bebauten Wohnquartieren stoßen klassische Ladesäulen nicht selten an Grenzen. Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Ansätze für den öffentlichen Raum an Bedeutung. Dazu zählen Systeme, die Ladepunkte direkt in bestehende Straßeninfrastrukturen integrieren. EBERO FAB bietet beispielsweise den von Rheinmetall entwickelten Ladebordstein an, bei dem die Ladeeinrichtung unmittelbar in den Bordstein eingebaut wird. Solche Lösungen sollen den zusätzlichen Flächenbedarf im öffentlichen Raum reduzieren und Kommunen neue Möglichkeiten eröffnen, Ladeinfrastruktur auch unter schwierigen städtebaulichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch kritisierte die bestehenden Defizite beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Besonders in Ostdeutschland bestehe weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Nach seinen Angaben verfügt dort etwa jede zweite Kommune über keine öffentlich zugänglichen Ladepunkte. In Mecklenburg-Vorpommern treffe dies sogar auf rund zwei Drittel der Gemeinden zu. (DEKOM, 08.06.2026) Mehr Infos hier…

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