Eine Zusammenführung von Wohngeld und Kinderzuschlag mit einer reformierten Grundsicherung könnte sowohl das Arbeitsangebot als auch die öffentlichen Haushalte positiv beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen des ifo Instituts und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Untersuchung für die Kommission zur Sozialstaatsreform. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben insgesamt 84 Reformvarianten simuliert. Untersucht wurden verschiedene Möglichkeiten, Wohngeld und Kinderzuschlag entweder in einer reformierten Grundsicherung aufgehen zu lassen oder zu einer neuen vorgelagerten Sozialleistung zusammenzuführen. Ziel war es, die Auswirkungen auf Arbeitsanreize, staatliche Ausgaben und die Zahl der Leistungsbeziehenden abzuschätzen. Nach Angaben der beteiligten Institute würden insbesondere Reformmodelle, bei denen Wohngeld und Kinderzuschlag in einer reformierten Grundsicherung gebündelt werden, in vielen Varianten zu Einsparungen bei den öffentlichen Haushalten führen. Gleichzeitig könnten stärkere Anreize entstehen, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen aufzunehmen oder den Arbeitsumfang auszuweiten. Entscheidend seien dabei die Regelungen zum Hinzuverdienst. Wer den Wechsel in reguläre Beschäftigung anstrebe, solle einen größeren Teil seines zusätzlichen Einkommens behalten können. Für Kommunen ist die Debatte auch aus Verwaltungssicht von Bedeutung. Das heutige System aus Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag gilt als komplex und ist mit unterschiedlichen Zuständigkeiten sowie Schnittstellen zwischen verschiedenen Behörden verbunden. Die Studie verweist darauf, dass die bestehenden Regelungen für Bürgerinnen und Bürger häufig schwer nachvollziehbar seien und zugleich einen hohen Verwaltungsaufwand verursachten. Andere Reformansätze fallen nach den Berechnungen der Forscher deutlich zurückhaltender aus. Eine reine Zusammenlegung von Wohngeld und Kinderzuschlag ohne weitergehende Anpassungen würde demnach geringere Wirkungen entfalten und könnte in einzelnen Varianten sogar zu höheren staatlichen Ausgaben führen. Die Untersuchung entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und soll die Arbeit der Kommission zur Sozialstaatsreform unterstützen. Die Kommission hatte den Auftrag, Vorschläge für eine Modernisierung und Entbürokratisierung des Sozialstaats bei gleichzeitiger Wahrung des sozialen Schutzniveaus zu entwickeln. (DEKOM/ifo, 08.06.2026) Ganze PM hier…