Armutsbericht 2026: Mehr als 13 Millionen Menschen gelten als arm

Die Armutsquote in Deutschland ist erneut gestiegen. Nach dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes lebten im vergangenen Jahr rund 13,3 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das entspricht 16,1 Prozent der Bevölkerung. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Alleinerziehende und Einpersonenhaushalte. Mit einer Armutsquote von 19,5 Prozent lebt inzwischen nahezu jede fünfte Person ab 65 Jahren in Armut. Bei Frauen über 75 Jahren liegt die Quote sogar bei 21,3 Prozent. Ein besonders hohes Armutsrisiko tragen zudem Alleinlebende mit 30,3 Prozent sowie Alleinerziehende mit 28,9 Prozent. Nach Angaben des Verbandes wirken sich die steigenden Armutszahlen zunehmend auf die Lebensverhältnisse der Betroffenen aus. Millionen Menschen hätten Schwierigkeiten, unerwartete Ausgaben zu bewältigen oder notwendige Ausgaben für Heizung, Ernährung und gesellschaftliche Teilhabe zu finanzieren. Rund 4,6 Millionen Menschen leben demnach inzwischen in erheblicher materieller Entbehrung. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Bundesländern. Während in Bayern etwa jede achte Person von Armut betroffen ist, liegt die Quote in Sachsen-Anhalt bei mehr als 20 Prozent. In Bremen gilt sogar mehr als jede vierte Person als arm. Nach den Angaben des Paritätischen Gesamtverbandes hat sich der Abstand zwischen den Ländern mit den niedrigsten und höchsten Armutsquoten zuletzt weiter vergrößert. Für Städte und Gemeinden gewinnen diese Entwicklungen an Bedeutung. Kommunen tragen einen erheblichen Teil der sozialen Infrastruktur und finanzieren beziehungsweise organisieren zahlreiche Unterstützungsangebote für Familien, Senioren, Menschen mit Behinderungen und weitere vulnerable Gruppen. Gleichzeitig stehen viele Kommunalhaushalte selbst unter erheblichem finanziellem Druck. Der Paritätische Gesamtverband warnt vor weiteren Einschnitten bei sozialen Leistungen und fordert stattdessen eine stärkere Bekämpfung von Armut. Die Ergebnisse des Armutsberichts verdeutlichen nach Einschätzung des Verbandes, dass sich soziale Ungleichheiten in Deutschland weiter verfestigen und zunehmend auch die Lebensbedingungen in den Kommunen prägen. (DEKOM/Der Paritätische, 08.06.2026) Ganze PM hier…

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