Zahl der Unternehmensgründungen erreicht höchsten Stand seit 2010

Rund 183.000 neue Unternehmen sind 2025 in Deutschland an den Start gegangen — 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Das geht aus dem Mannheimer Unternehmenspanel hervor, das das ZEW Mannheim gemeinsam mit der Auskunftei Creditreform erstellt. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei wachstumsorientierten Start-ups aus, deren Zahl um 19 Prozent auf rund 3.100 stieg. Mehr als 45 Prozent davon entfallen auf technologieorientierte Dienstleistungen, angetrieben vom Boom um Künstliche Intelligenz.

Der genauere Blick auf die Zahlen zeigt allerdings ein uneinheitliches Bild. Der Anstieg geht laut ZEW-Forscherin Sandra Gottschalk vor allem auf Gründungen im Kleingewerbebereich ohne Handelsregistereintrag zurück. Bei kapitalintensiveren Gründungen mit Handelsregistereintrag sank die Zahl dagegen um 3,3 Prozent. Auch zwischen den Branchen fallen die Unterschiede erheblich. Im Gastgewerbe wurden rund 20.000 Unternehmen gegründet, gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr — bei gleichzeitig steigenden Schließungszahlen. Im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe ging die Gründungstätigkeit um 2,6 Prozent zurück, im Fahrzeugbau sogar um 8,7 Prozent.

Für die kommunale Wirtschaftsförderung liefern die Zahlen wichtige Hinweise. Der Gründungsboom im Kleingewerbe und im Gastgewerbe schlägt sich unmittelbar in der örtlichen Gewerbestruktur nieder — bringt aber nicht automatisch dauerhaft tragfähige Betriebe hervor, wie die parallelen Schließungszahlen in der Gastronomie zeigen. Zugleich konzentriert sich das Wachstum bei technologieorientierten Start-ups auf wenige Standorte mit vorhandener Infrastruktur für Forschung und Wagniskapital. Ob Städte und Gemeinden jenseits der großen Gründerzentren von dieser Dynamik profitieren, hängt wesentlich davon ab, wie sie digitale Infrastruktur, Gewerbeflächen und Beratungsangebote für Gründer aufstellen. (DEKOM/ZEW, 26.10.2026) PM ZEW hier…

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