Die Verbreitung von Falschinformationen im Internet wird von vielen Menschen in Deutschland zunehmend als gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Nach einer aktuellen repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom sind 91 Prozent der Deutschen bereits auf sogenannte Fake News gestoßen. Gleichzeitig fällt es vielen Bürgern schwer, die Glaubwürdigkeit von Informationen zu beurteilen. Fast zwei Drittel der Befragten geben an, nur schwer einschätzen zu können, ob Nachrichten verlässlich sind. Besonders deutlich zeigt sich die Verunsicherung beim Thema Künstliche Intelligenz. Drei Viertel der Befragten kennen inzwischen den Begriff „Deepfake“, also täuschend echt wirkende, KI-generierte Bilder, Videos oder Audiodateien. Fast neun von zehn Befragten halten solche Inhalte für gefährlich. Allerdings traut sich nur etwa ein Drittel zu, Deepfakes zuverlässig zu erkennen. Die Studie zeigt zudem, dass Desinformation längst nicht mehr nur politische Themen betrifft. Besonders häufig werden Falschinformationen im Zusammenhang mit der US-Politik, internationalen Konflikten sowie wirtschaftlichen Entwicklungen und Preisfragen wahrgenommen. Auch Themen wie Migration, Gesundheit, Klima oder Kriminalität spielen eine wichtige Rolle. Eine große Mehrheit spricht sich für rechtliche Konsequenzen aus. 87 Prozent der Befragten fordern Strafen für Personen, die wissentlich Desinformationen verbreiten. 84 Prozent befürworten Sanktionen gegen diejenigen, die solche Inhalte gezielt erstellen. Gleichzeitig wünschen sich 85 Prozent eine stärkere Vermittlung von Medienkompetenz bereits in Schulen. Mehr als zwei Drittel halten darüber hinaus spezielle Informationsangebote für ältere Menschen für sinnvoll. Für Städte und Gemeinden gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Kommunale Verwaltungen, Schulen und öffentliche Einrichtungen stehen vor der Herausforderung, Bürgerinnen und Bürger bei der Einordnung digitaler Informationen zu unterstützen und Vertrauen in verlässliche Informationsquellen zu stärken. Hinzu kommt, dass soziale Netzwerke für viele Menschen inzwischen zu den wichtigsten Zugängen zu Nachrichten gehören. Insbesondere jüngere Nutzer stoßen häufig zuerst über soziale Medien oder Messenger-Dienste auf aktuelle Informationen. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sieht deshalb Politik, Plattformbetreiber und Zivilgesellschaft gleichermaßen in der Verantwortung. Neben technischer Kennzeichnung und Herkunftsnachweisen für digitale Inhalte seien vor allem Medienkompetenz und Aufklärung entscheidend, um Desinformation und KI-gestützte Manipulation wirksam zu begegnen. (BITKOM/DEKOM, 08.06.2026) Ganze PM hier…