Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund den Heizspiegel für Deutschland 2026 vorgelegt. Die Auswertung zehntausender Abrechnungen zeigt: Erdgas und Holzpellets verteuerten sich im Abrechnungsjahr 2025 deutlich, während Wärmepumpen die mit Abstand niedrigsten Betriebskosten aufweisen. Bis 2045 könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen laut einer neuen Prognose mehr als verdoppeln. Für Städte und Gemeinden, die eigene Liegenschaften bewirtschaften und Bürger zu Fördermöglichkeiten beraten, liefert der Heizspiegel eine datengestützte Entscheidungsgrundlage. Die Energiepreiskrise von 2022 wirkt nach. Nach einer vorübergehenden Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 mussten Haushalte im Abrechnungsjahr 2025 erneut tiefer in die Tasche greifen. Besonders betroffen waren Nutzer von Erdgas- und Holzpelletheizungen. In einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus stiegen die Gaskosten auf 1.170 Euro — ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Holzpellets fiel der Anstieg mit 20 Prozent noch stärker aus. Wärmepumpen legten dagegen nur um fünf Prozent zu und blieben mit 715 Euro der günstigste Energieträger, gefolgt von Holzpellets mit 735 Euro. Im Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern zeigt sich ein ähnliches Bild bei höheren Absolutwerten. Gasheizungen schlugen dort mit 2.040 Euro zu Buche, Ölheizungen mit 2.145 Euro. Wärmepumpen lagen mit 1.260 Euro auch hier deutlich darunter.
Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert co2online eine Verschiebung der Belastungen. Beim Erdgas zeichne sich durch den Wegfall der Gasspeicherumlage zunächst eine leichte Entlastung ab, die Kosten könnten um vier bis fünf Prozent sinken. Allerdings könnten gestiegene Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Gaskosten Ende 2026 oder 2027 wieder nach oben treiben. Deutlich teurer werde es voraussichtlich beim Heizöl, wo co2online für eine 70-Quadratmeter-Wohnung einen Anstieg um 24 Prozent auf 1.275 Euro erwartet. Wärmepumpen sollen mit einem Plus von drei Prozent auf 735 Euro die günstigste Option bleiben. Die langfristige Perspektive fällt für fossile Energieträger noch ungünstiger aus. Laut einer neuen Heizkostenprognose von co2online könnten sich die Kosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Treiber nennt die Beratungsgesellschaft steigende CO₂-Bepreisung, höhere Netzentgelte und die sogenannte „Bio-Treppe“, also die stufenweise Beimischungspflicht erneuerbarer Anteile. Wärmepumpen würden dagegen deutlich langsamer im Preis steigen und voraussichtlich dauerhaft am günstigsten bleiben. Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, ordnet die Zahlen ein. Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie sei spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei, fossiles Heizen bleibe langfristig teurer und mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien. Wer heute eine neue Heizung plane, solle diese Entwicklung kennen — auch wenn der Einbau reiner Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt sei. Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügten noch über Einsparpotenzial, so ein weiteres Ergebnis des Heizspiegels. Im Durchschnitt ließen sich in einer Wohnung etwa 465 Euro pro Jahr einsparen, in einem Einfamilienhaus sogar 1.000 Euro. Deutschlandweit entspreche das einem Potenzial von bis zu 24 Milliarden Euro jährlich. Bereits einfache Verhaltensänderungen beim Heizen und Lüften könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent senken. Größere Einsparungen ermöglichten Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme. Für Verwaltungsspitzen und Liegenschaftsverantwortliche liefert der Heizspiegel zweierlei Anhaltspunkte. Zum einen lässt sich anhand der Vergleichswerte einordnen, ob die Heizkosten in kommunalen Gebäuden — von der Schule über das Rathaus bis zur Sporthalle — im Rahmen liegen oder auf Sanierungsbedarf hindeuten. Zum anderen bietet das kostenlose Online-Tool HeizCheck auf www.co2online.de/heizspiegel eine niedrigschwellige Beratungsgrundlage, auf die Bürgerämter und Klimaschutzmanager bei Anfragen aus der Bürgerschaft verweisen können. (DEKOM, 22.09.2026) PM Deutscher Mieterbund hier…