Gewerbegebiet als Stromreservoir: Ein Batteriespeicher für das Westallgäu

Im Gewerbegebiet Hauser Wiesen bei Scheidegg, einem 4.300-Einwohner-Markt im bayerischen Landkreis Lindau nahe der österreichischen Grenze, entsteht der erste Großbatteriespeicher im Westallgäu. Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Hauser Wiesen, dem neben Scheidegg auch die Nachbarstadt Lindenberg im Allgäu angehört, hat einem entsprechenden Bauantrag einstimmig zugestimmt. Projektentwickler ist die Wiesbadener Ampermo GmbH, die bundesweit Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen im Utility-Scale-Bereich entwickelt. Die Inbetriebnahme soll 2027 erfolgen.

Geplant ist eine Anlage mit 15 Megawatt Leistung — das 1500-fache eines typischen Hausspeichers. Der Standort im südlichen Teil des Gewerbegebiets liegt in unmittelbarer Nähe eines Umspannwerks, was für Projekte dieser Größenordnung entscheidend ist. Seit Dezember 2025 privilegiert Paragraf 35

Absatz 1 des Baugesetzbuchs Batteriespeicher ab vier Megawatt im Außenbereich innerhalb von 200 Metern einer Umspannanlage — ein Bebauungsplan ist damit nicht mehr erforderlich, was das Genehmigungsverfahren erheblich vereinfacht. Die Lieferzeiten für die Komponenten betragen nach Unternehmensangaben zwölf bis achtzehn Monate.

Für Scheidegg und Lindenberg ist das Projekt vor allem eine Einnahmefrage. Neunzig Prozent der anfallenden Gewerbesteuer verbleiben bei den Standortkommunen. Zweckverbandsvorsitzender und

Scheidegger Bürgermeister Uli Pfanner brachte die Haltung des Zweckverbandes auf den Punkt: „Wir benötigen mehr Batteriespeicher.“ Der Blick geht dabei bereits über das laufende Projekt hinaus — der Zweckverband prüft, ob auf einem eigenen Grundstück am Eingang des Gewerbegebiets, ebenfalls neben dem Umspannwerk, eine zweite Anlage entstehen kann. Ein dort ursprünglich geplantes Wasserstoffprojekt hat sich nach Angaben Pfanners zerschlagen. Die Fläche steht damit für eine andere Nutzung bereit.

Ampermo gilt als einer der führenden Projektentwickler im Bereich Erneuerbarer Energien. (Der Westallgäuer, 30.04.2026) Ganzer Artikel hier…  

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