Regierungspläne wecken Hoffnungen auf mehr Investitionen
Die Investitionen der deutschen Wirtschaft sind seit 2019 um fast ein Viertel eingebrochen. Die Bundesregierung hat darauf mit Ankündigungen zu Bürokratieabbau, niedrigeren Energiekosten und Steuersenkungen reagiert. Unternehmen bewerten diese Pläne in Umfragen positiv, doch viele Maßnahmen existieren bislang nur auf dem Papier. Von 2019 bis Herbst 2025 sind die privatwirtschaftlichen Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland real um 23 Prozent gesunken, wie das Institut der deutschen Wirtschaft ermittelt hat. Im internationalen Standortvergleich ist Deutschland vom dritten auf den zwölften Platz abgerutscht. Die Gründe sind bekannt: gestiegene Energie- und Materialkosten, neue Handelshürden und verschlechterte Standortbedingungen im Vergleich zu Wettbewerbsländern. Die Folgen treffen auch die Kommunen, die auf Investitionen der ansässigen Betriebe angewiesen sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat im Herbst 2025 Unternehmen befragt, wie sich angekündigte Regierungsvorhaben auf ihre Investitionsbereitschaft auswirken. Neun von zehn Firmen erwarten positive Effekte durch Bürokratieabbau, 84 Prozent durch niedrigere Energiekosten. Allerdings beruhen diese Hoffnungen weitgehend auf Ankündigungen. Das im November 2025 beschlossene Bürokratiepaket enthält lediglich kleinteilige Sofortmaßnahmen wie den Wegfall einiger Berichtspflichten. Die von der Wirtschaft geforderte umfassende Entlastung steht noch aus. Bei den Energiekosten hat die Regierung zwar die Stromsteuer gesenkt und die Gasspeicherumlage abgeschafft, eine überzeugende Strategie für energieintensive Branchen fehlt jedoch. Für Kommunen verschärft sich die Lage durch die Untätigkeit der Bundesregierung bei den Sozialversicherungen. Mehr als sechs von zehn befragten Unternehmen nennen die fehlenden Reformen als Investitionsbremse. Sie rechnen mit steigenden Renten- und Krankenversicherungsbeiträgen und damit höheren Lohnnebenkosten. Das betrifft auch die Kommunen als Arbeitgeber. Die angekündigte schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer von 15 auf 10 Prozent ab 2028 steht zudem unter Vorbehalt, da die nächste Bundestagswahl 2029 stattfindet und eine neue Regierung die Pläne revidieren könnte. Kommunen können die Rahmenbedingungen für lokale Investitionen durch eigene Maßnahmen nur begrenzt verbessern. Beschleunigte Genehmigungsverfahren, verlässliche Planungssicherheit und der Abbau überflüssiger Dokumentationspflichten in der Verwaltung können allerdings Signale setzen. Entscheidend bleibt jedoch, ob die Bundesregierung ihre Ankündigungen tatsächlich umsetzt. Bis dahin dürfte die Investitionszurückhaltung der Wirtschaft anhalten – mit direkten Folgen für kommunale Haushalte und Arbeitsplatzsicherheit vor Ort. (DEKOM/IWD 05.02.2026) Ganzer Artikel hier…
