Wasserversorgung bei Hitze und Trockenheit – Versorgung gesichert, aber Druck steigt
Auch wenn der Juli vielerorts sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, sehen sich die kommunalen Wasserversorger in Deutschland zunehmend mit den Folgen von Hitze und Trockenheit konfrontiert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 127 kommunalen Wasserversorgern. Der Druck auf die Systeme wächst – und mit ihm der Handlungsbedarf. „Die kommunale Wasserwirtschaft ist der Herausforderung gewachsen, aber die Belastung nimmt zu“, sagt Karsten Specht, VKU-Vizepräsident. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen berichten von einer steigenden Nachfrage in Hitzeperioden (45 Prozent). Gut ein Viertel hatte in den vergangenen Jahren bereits zeitweise mit infrastrukturellen (16 Prozent) oder ressourcenseitigen Engpässen (13 Prozent) zu kämpfen. Besonders in Regionen mit knappen Wasserressourcen oder Infrastruktur, die nicht auf derartige Nachfragespitzen ausgelegt wurde, könnte es im Sommer zu zeitweisen Engpässen in der Versorgung kommen. „Unsere Infrastruktur ist gut in Schuss und wurde zu großen Teilen in Zeiten geplant und gebaut, in der andere Regenmengen, Temperaturen und Nachfragespitzen üblich waren. Dadurch kann es in Hitzeperioden örtlich und temporär zu Engpässen kommen“, so Specht. Langfristig erwarten zwei Drittel der Befragten eine moderate (57 Prozent) bis deutliche Zunahme von Engpässen (18 Prozent). Vielerorts waren und sind Nutzungsbeschränkungen bereits Realität: Rund 25 Prozent der Unternehmen berichten von behördlichen Auflagen oder Nutzungseinschränkungen. Fast jedes zweite Unternehmen geht während anhaltender Hitzeperioden verstärkt auf die Kundinnen und Kunden zu und ruft zu einem sorgsamen Umgang mit Wasser auf. Damit sollen Überlastungen verhindert werden. „Durch den Klimawandel rechnen wir mit häufigeren Hitze- und Dürreperioden. Daran müssen wir uns anpassen“, erklärt Specht. Die Unternehmen reagieren: Sie setzen auf Kooperationen, Infrastrukturmaßnahmen und Kommunikation mit Großabnehmern und Kundinnen und Kunden. Besonders häufig genannt wurden u.a. Investitionen in die Anpassung der Infrastruktur. Um die Wasserversorgung langfristig zu sichern, braucht es laut VKU jedoch auch politische Unterstützung: Am häufigsten wird der Vorrang für die öffentliche Wasserversorgung bei Nutzungskonflikten genannt. Zudem sollten Planungs- und Genehmigungsverfahren für Klimaanpassungsmaßnahmen vereinfacht und Fördermittel für den Umbau zu einer klimaresilienteren Infrastruktur bereitgestellt werden, damit Entgelte bezahlbar bleiben. In puncto Fördermittel für den Umbau zur klimaresilienten Infrastruktur hofft der VKU auf Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen. Ländern und Kommunen dürfen zwar ihren Anteil am 100 Milliarden Sondervermögen auch für Investitionen in die Wasserwirtschaft nutzen. Diese Klarstellung hat die kommunale Wasserwirtschaft im bisherigen Verfahren bereits erreicht. Aber eine solche Regelung fehlt noch im Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIKG) des Bundes. Hier fordert der VKU, dass der Bundestag nachjustiert und auch die Wasserwirtschaft im Sondervermögen des Bundes explizit berücksichtigt. „Die kommunale Wasserwirtschaft ist vorbereitet und macht ihre Hausaufgaben. Zuverlässige Versorgung ist unser Job und den nehmen wir auch unter schwieriger werdenden Rahmenbedingungen ernst. Aber dafür braucht es die richtigen Rahmenbedingungen von der Politik, damit unsere Wasserversorgung auch in Zukunft sicher und bezahlbar bleibt.“, so Specht. (VKU, 18.08.2025) Ganzer Artikel hier…