Die soziale Absicherung des Wohnens bleibt eine der großen Daueraufgaben der öffentlichen Hand. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass der Bedarf weiter wächst — und sich je nach Region sehr unterschiedlich verteilt.
Rund 1,3 Millionen Haushalte in Deutschland haben Ende 2025 Wohngeld bezogen. Das geht aus der aktuellen Wohngeldstatistik hervor, die Destatis am 25. September veröffentlicht hat. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Empfängerhaushalte um 7,2 Prozent, die staatlichen Ausgaben kletterten um 6,4 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro. Beide Werte markieren Höchststände seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005.
Hintergrund des Anstiegs ist die gesetzlich vorgeschriebene turnusmäßige Anpassung des Wohngeldanspruchs an die allgemeine Preis- und Mietpreisentwicklung. Dadurch stieg auch der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch pro Haushalt um 3,1 Prozent auf 296 Euro. 3,2 Prozent aller privaten Haushalte bezogen Ende 2025 Wohngeld, ein Jahr zuvor waren es 3,0 Prozent gewesen.
Zwei Gruppen prägen das Bild besonders. In gut der Hälfte aller Wohngeldhaushalte (682.000) waren Rentnerinnen und Rentner oder Pensionäre die Haupteinkommensperson. 85 Prozent von ihnen lebten allein. 39 Prozent der Wohngeldhaushalte (519.000) waren Familien mit Kindern unter 25 Jahren. Vier von fünf Empfängerhaushalten (82 Prozent) sind Mieterhaushalte, weitere zehn Prozent leben in Heimen, sieben Prozent in Wohneigentum mit Lastenzuschuss.
Die regionalen Unterschiede sind erheblich. In Mecklenburg-Vorpommern lag der Anteil der Wohngeldhaushalte an allen Haushalten bei 5,8 Prozent — mehr als dreimal so hoch wie in Bayern mit 1,9 Prozent. Der stärkste prozentuale Anstieg gegenüber dem Vorjahr fand mit 12,9 Prozent in Schleswig-Holstein statt, der schwächste in Berlin mit 1,7 Prozent. Beim durchschnittlichen Wohngeldanspruch reicht die Spanne von 217 Euro in Mecklenburg-Vorpommern bis 339 Euro in Hessen, was eng mit den örtlichen Mietniveaus zusammenhängt.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen Ost und West. In den ostdeutschen Bundesländern waren in 63 Prozent der Wohngeldhaushalte Ruheständler die Haupteinkommensperson, nur 27 Prozent waren Haushalte mit Kindern. Im Westen war das Verhältnis deutlich ausgeglichener — 47 Prozent Ruhestandshaushalte, 43 Prozent Haushalte mit Kindern. Der höhere Kinderanteil im Westen geht vor allem auf Familien mit zwei oder mehr Kindern zurück. Beim Lastenzuschuss für Wohneigentum liegt das Saarland mit 14 Prozent an der Spitze, während Berlin und Hamburg jeweils unter zwei Prozent bleiben.
Für die Verwaltungen vor Ort bedeutet die Entwicklung steigende Fallzahlen in den Wohngeldstellen. Da die Anpassung an die Preis- und Mietentwicklung gesetzlich verankert ist, dürfte der Trend anhalten. (DEKOM, 28.09.2026) PM DESTATIS hier…