E-Auto-Neuzulassungen erneut deutlich gestiegen — BEV-Anteil erreicht 34,5 Prozent

Der Wandel auf dem deutschen Automarkt beschleunigt sich. Nach den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden im September rund 88.600 rein batterieelektrische Pkw (BEV) neu zugelassen — etwa 95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit machten Elektrofahrzeuge erstmals mehr als ein Drittel aller Pkw-Neuzulassungen aus.

Insgesamt kamen im September rund 256.800 Pkw neu auf die Straße, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Als wesentlicher Treiber des Elektro-Booms gilt die E-Auto-Prämie des Bundes. Der Autoexperte Constantin Gall von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY bringt es auf den Punkt: Die Prämie wirke, und zwar kräftig. Allerdings sei der Aufschwung mit Steuergeld teuer erkauft und stehe auf wackligen Beinen. Laufe die Förderung aus, drohe erneut ein Einbruch der Zulassungszahlen.

Der Blick auf die Markenstatistik zeigt, wer vom Boom profitiert. Unter den Importeuren legte Tesla mit einem Zuwachs von knapp 269 Prozent am stärksten zu und erreichte einen Marktanteil von 4,9 Prozent. Der chinesische Hersteller BYD steigerte seine Zulassungen um rund 86 Prozent und kam auf 2,4 Prozent Marktanteil. Auch MG Roewe wuchs mit gut 61 Prozent deutlich. Die Einschätzung von EY fällt entsprechend aus: Große Gewinner des Aufschwungs seien chinesische Hersteller, deren Absatz und Marktanteil im September kräftig gestiegen seien.

Spiegelbildlich dazu verlieren die klassischen Antriebsarten weiter an Bedeutung. Benzin-Pkw kamen auf rund 44.600 Neuzulassungen, ein Rückgang von gut 29 Prozent. Bei Diesel-Neuwagen lag das Minus bei rund 20 Prozent. Zusammen erreichten Benziner und Diesel nur noch einen Anteil von gut 26 Prozent — weniger als die reinen Elektrofahrzeuge allein.

Auffällig ist der starke Anstieg bei den privaten Neuzulassungen insgesamt, die laut KBA um 28,5 Prozent zulegten und einen Anteil von gut 40 Prozent erreichten. Bei den gewerblichen Zulassungen verzeichnete das KBA dagegen ein leichtes Minus von 1,2 Prozent.

Für Städte und Gemeinden verschärft die Entwicklung den Handlungsdruck beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Wenn mehr als jeder dritte Neuwagen elektrisch fährt, wächst der Bedarf an Ladepunkten im öffentlichen Raum und an kommunalen Liegenschaften absehbar schneller als bislang geplant. Gleichzeitig wirft die Abhängigkeit des Marktwachstums von der Bundesförderung die Frage auf, wie nachhaltig die aktuelle Dynamik ist — und ob sich Investitionen in Ladeinfrastruktur auch dann rechnen, wenn die Prämie ausläuft. (DEKOM/KBA, 05.10.2026) PM KBA hier…

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