Überarbeitung des europäischen Kompetenzrahmens für Cybersicherheit — ML-Gruppe sieht Qualifizierung als Engpass

Ob eine Verwaltung oder ein Stadtwerk einen Cyberangriff übersteht, hängt zunehmend an der Frage, ob genügend Menschen mit den passenden Kompetenzen bereitstehen. Technik lässt sich beschaffen, Fachwissen entsteht über Jahre. Anfang November treffen sich in Larnaca auf Zypern Vertreter von EU-Institutionen, nationalen Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildungsanbietern zur 4. European Cybersecurity Skills Conference. Ausrichter sind die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA und die zyprische Digital Security Authority. Die ML-Gruppe sieht in der dort diskutierten Weiterentwicklung des europäischen Kompetenzrahmens ein Werkzeug für Arbeitgeber, die ihren Qualifizierungsbedarf systematisch erfassen wollen.

Der European Cybersecurity Skills Framework, kurz ECSF, existiert seit 2022. ENISA beschreibt darin zwölf typische Rollenprofile der Cybersicherheit, vom Chief Information Security Officer bis zum Penetrationstester, jeweils mit den zugehörigen Aufgaben und Kompetenzen. Derzeit überarbeitet die Agentur den Rahmen. Künftig soll er Kompetenzstufen enthalten, mit denen sich Qualifikationen und Karrierewege genauer einordnen lassen. Zugleich nimmt die Überarbeitung Anforderungen aus dem Einsatz künstlicher Intelligenz und aus neuen EU-Rechtsakten auf. Parallel steht auf der Konferenz ein Vorschlag zur Bescheinigung von Cybersicherheitskompetenzen zur Debatte, der Qualifikationen europaweit vergleichbar machen soll.

Für Rathäuser und kommunale Unternehmen hat das Thema handfeste Folgen. Seit Dezember 2025 gilt in Deutschland das NIS2-Umsetzungsgesetz. Kommunale Verwaltungen sind vom Bundesgesetz ausgenommen, ihre Pflichten regeln die Länder über eigenes Recht. Stadtwerke und Wasserversorger fallen je nach Größe und Sektor dagegen direkt unter das Gesetz. Ihre Geschäftsführungen tragen die Verantwortung für das Risikomanagement und müssen regelmäßig selbst an Schulungen teilnehmen. Wie nah die Bedrohung ist, zeigt eine Befragung von G DATA CyberDefense unter Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung. 14 Prozent haben 2026 einen Cyberangriff in ihrer eigenen Behörde erlebt, weitere 35 Prozent kennen einen Vorfall aus dem Kollegenkreis.

Wie aus Kompetenzprofilen tatsächliches Können wird, ist seit mehr als 35 Jahren das Geschäft der Kölner ML-Gruppe, die als exklusiver Bildungspartner der Bundeswehr Personal in einer der größten Organisationen des Landes qualifiziert. Die größte Herausforderung liege heute oft im Mangel an den richtigen Kompetenzen, die Technik sei dabei selten der Engpass, heißt es bei dem Bildungsdienstleister. Einheitliche Kompetenzmodelle helfen nach Einschätzung des Unternehmens, Qualifizierungsbedarfe systematisch zu erkennen und Weiterbildung gezielt auszurichten. Strukturierte Kompetenzmodelle seien deshalb ein wichtiger Baustein für dauerhafte Cyberresilienz. Mit kompetenzorientierter Ausbildung als Transformationsansatz hat die ML-Gruppe die Qualifizierung von rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten bei Bundeswehr und BWI operativ getragen. Mehr als 400 Expertinnen und Experten kommen auf rund 130.000 Teilnehmertage im Jahr.  (DEKOM, 02.11.2026) Mehr Infos hier…

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