Sonntag, November 28, 2021
Newsletter Ausgabe: 19. November 2021

Ein durchweg positives Fazit zogen Veranstalter, Aussteller und Besucher zum Abschluss der diesjährigen IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg. „Die it-sa 2021 war ein voller Erfolg: Wie in der aktuellen Situation erwartet kleiner als die letzte Veranstaltung, für die teilnehmenden Unternehmen aber ein äußerst wirkungsvolles Marketing-Instrument“ resümiert Frank Venjakob, Director it-sa, die erste Veranstaltung nach dem Corona bedingten Aussetzen im vergangenen Jahr. Insgesamt 274 Aussteller aus 18 Ländern präsentierten den rund 5.200 Fachbesucher aus 28 Ländern Lösungen und Innovationen rund um das Thema IT-Sicherheit. Unter den Ausstellern war auch die Kölner ML Gruppe mit ihrer Marke ML Cybersec nebst eines siebenköpfigen Expertenteams vertreten.  ML Cybersec bietet eine Vielzahl, exakt auf die individuelle Sicherheitsstruktur einer Verwaltung oder eines Unternehmens zugeschnittene, modulare Sicherheits-Tools und Schulungsmaßnahmen an.  Auch  bei ML Cybersec zeigte man sich mit dem Restart der it-sa hochzufrieden: „Unser Stand war durchweg gut bis sehr gut besucht. Wir konnten viele gute und qualifizierte Kontakte mit IT-Leitern, CISOs und CEOs knüpfen. Nicht zuletzt ergaben sich gerade auch aus der Kooperation mit unserem Software-Partner temino, der ebenfalls an unserem Stand ausstellte, hervorragende Synergien“, so ML-Gruppe-Marketingchef Tom Schneider.  „Mit dem ganzheitlichen Ansatz unserer Awarenesslösungen haben wir ganz offensichtlich den Nerv vieler IT- und IT- Sicherheitsverantwortlicher – insbesondere der öffentlichen Hand – getroffen. Das große Interesse an unseren Tools belegt natürlich auch den enormen Handlungsdruck, dem sich viele Städte und Gemeinden derzeit gegenübersehen“, betont Schneider. So erfordere die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes bis Ende 2022 von den Kommunen, ebenso enorme Anstrengungen, wie die Realisierung des Digitalpakts Schule. Hinzu kämen umfangreiche, teilweise tiefgreifende prozessuale Anpassungen, die durch die Regelungen der Datenschutz-grundverordnung (DSGVO) und des jüngst in Kraft getretenen IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 notwendig geworden sind.  In dieser ohnehin schon sehr herausfordernden Gemengelage mehren sich zudem fast täglich Meldungen über Städte, Universitäten, Behörden oder Krankenhäuser, die durch Cyberangriffe lahmgelegt wurden. „Mit Firewalls und anderer moderner Technik allein, lassen sich Sicherheitslücken in der IT aber nicht vollständig schließen. Die wichtigste Rolle beim Schutz der Verwaltungsnetze und sensibler Daten spielt zweifellos der Faktor Mensch. Unsere Lösungen zielen deshalb darauf ab, das Bewusstsein der Anwender auf allen Ebenen dafür zu schärfen, dass sie ihre Netzwerke und Systeme jeden Tag aktiv schützen müssen.  Neben der reinen Wissensvermittlung geht es bei unseren Awarenesslösungen vor allem um eine nachhaltige Verhaltensänderung und darum, Informationssicherheit als soziale Kompetenz zu etablieren und alltagstauglich zu machen“, so Schneider weiter. Für ML Cybersec verlief der it-sa Restart so erfolgreich, dass bei der ML-Gruppe bereits die Planungen für den Messeauftritt bei der it-sa 2022 laufen. Die wird im nächsten Jahr vom 25. bis 27. Oktober wieder im Messezentrum Nürnberg stattfinden.

Über ML

Unsere Kernkompetenz ist die Vermittlung von Wissen. In den mehr als 32 Jahren ihres Bestehens, hat sich die ML Gruppe von ihren vier Standorten aus als einer der führenden Bildungsunternehmen für Industrie- und öffentliche Auftraggeber etabliert und ist erfolgreich in der Planung und Um-setzung von großen Bildungsprojekten tätig. Egal ob in E-Learning oder Präsenz, unsere Bildungs-experten beraten unsere Kunden von der Bildungsstrategie über die Umsetzung bis hin zur Evaluation mit didaktischem Fachwissen und zielgerichteten Maßnahmen. Mit mehr als 350 festen und freien Mitarbeitern verfügt die ML Gruppe über hervorragendes Know-how in fast allen Sparten der Wirtschaft und Entwicklung. (DEKOM, 22.10.2021) Mehr Infos zu ML Cybersec hier…

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Für das Ausbildungsjahr 2021/22 haben 17 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als vor der Corona-Krise im Ausbildungsjahr 2019/20, häufig aus Mangel an Bewerbungen. Das zeigt eine zwischen dem 6. und dem 20. September 2021 durchgeführte repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Knapp die Hälfte der betroffenen Betriebe gibt an, dass fehlende Bewerbungen der Hauptgrund dafür sind, dass Lehrstellen unbesetzt bleiben. Dabei leiden kleinere Betriebe besonders stark unter einem Mangel an Bewerbungen. Von pandemiebedingten Einschränkungen beim Ausbildungsplatzangebot berichten dagegen inzwischen nur noch wenige Betriebe. Einen Mangel an geeigneten Bewerbungen geben die Betriebe, die weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen haben, mit 31 Prozent als zweithäufigste Ursache für die gesunkene Zahl an Neuverträgen an. Insbesondere größere Betriebe berichten, dass es ihnen an geeigneten Bewerbungen fehlt. Insgesamt haben 36 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe für das Ausbildungsjahr 2021/22 Lehrstellen angeboten, doch konnten nur 61 Prozent dieser Betriebe tatsächlich auch Ausbildungsplätze besetzen. Der Anteil unbesetzter Lehrstellen an allen angebotenen Lehrstellen liegt mit 49 Prozent in kleineren Betrieben deutlich über dem entsprechenden Anteil in größeren Betrieben, wo er 28 Prozent beträgt. Betrachtet man die einzelnen Branchen, tun sich vor allem das Baugewerbe, aber auch der Groß- und Einzelhandel schwer, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. „Es gilt zuallererst, Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt besser zusammenzuführen. Praktika sowie die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Einstiegsqualifizierung sollten verstärkt angeboten beziehungsweise genutzt werden. Zugleich müssen womöglich auch neue Wege, beispielsweise über die sozialen Medien, beschritten werden, um das Interesse der Jugendlichen für eine betriebliche Ausbildung zu wecken“, so IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. (IAB, 18.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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KI@Home will Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um die Sicherheit und Gesundheit älterer Menschen in ihrem Zuhause zu verbessern. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines selbstlernenden Systems zur Unterstützung altersgerechten Wohnens, das älteren Menschen ermöglicht, länger sicher und selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden zu verbleiben. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen der Entwicklung digitaler Technologien vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Die Projektpartner sind neben dem Berliner IT-Haus „Die Netz-Werker AG“ mit ihrer Firmentochter casenio AG, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Berliner Unternehmen für altersgerechtes Wohnen BeHome, das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft, iso,   Gespräche mit älteren Menschen, um diese als Teilnehmer/innen für das Projekt zu gewinnen und haben mit der technischen Ausstattung der ersten Wohnungen begonnen. Die casenio AG ein Unternehmen der Berliner „Die Netz-Werker AG“ ist auf die Entwicklung smarter Assistenzsysteme spezialisiert. Die Palette der größtenteils sensorbasierten digitalen Lösungen des Berliner IT-Unternehmens reicht von herkömmlichen Hausnotrufsystemen, über niedrigschwellige Kommunikationsmöglichkeiten mit Angehörigen, Freunden oder (Pflege-) Dienstleistern bis hin zu komplexen Anwendungen wie automatischer Wasser- bzw. Herdabschaltung oder Echtzeitüberwachung von Vitaldaten und telemedizinischen Anwendungen, wie z. B. Video-Sprechstunden. Künstliche Intelligenz wird die Möglichkeiten smarter Assistenzsysteme zweifellos auf ein neues Level heben, ist casenio-Vertriebsleiter Ralf Hartmann überzeugt: „Beispielsweise können Notruf- und Assistenzsysteme für das eigene Zuhause bislang nur auf Ereignisse, wie zum Beispiel einen selbst ausgelösten Notruf, reagieren. KI@Home soll diese Systeme dahingehend ertüchtigen, dass sie auch Veränderungen im Gesundheitszustand eines Menschen anhand von verschiedenen erhobenen Daten frühestmöglich erkennen, die damit verbundenen Risiken rechtzeitig definieren und Gefahrensituationen durch Prävention vornherein vermieden werden. Das erhöht die Lebensqualität der Betroffenen und reduziert Notfalleinsätze und Krankenhauseinweisungen. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir unsere Erfahrungen und unsere Expertise im Bereich alltagsunterstützender Assistenzlösungen in dieses Forschungsprojekt einbringen können und erhoffen uns im Gegenzug Hinweise darauf, wie unsere Anwendungen noch nutzerfreundlicher und komfortabler gestaltet werden können, um deren Akzeptanz bei der Zielgruppe zu erhöhen, so Hartmann weiter: „Anwendbarkeit und Akzeptanz KI-gestützter Alltagshelfer stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts.  Mithilfe von Sensoren und anderen Methoden der Datenerfassung werden Vitalwerte und Verhaltensmuster von 100 Projektteilnehmern erfasst und ausgewertet. Die vom Projektpartner DFKI eingebrachten selbstlernenden Algorithmen erkennen anhand dieser Daten selbstständig minimale Veränderungen in den Lebensgewohnheiten der Projektteilnehmer und identifizieren Anzeichen, die möglicherweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Probanden schließen lassen können.“ Nach umfangreichen Vorbereitungen startet das Projekt nun: So wurde durch die Projektpartner DFKI, Pflegewerk, Netz-Werker und BeHome ein Technikpaket zusammengestellt, das in den Wohnungen der Teilnehmer/ installiert wird. Die ersten Systeminstallationen sind für diesen Oktober geplant. Um Hemmschwellen im Umgang mit den Sensoren abzubauen, wurde vom Pflegewerk eine Musterwohnung eingerichtet, in der mögliche Teilnehmer einen ersten Eindruck des Systems gewinnen können. Zum aktuellen Zeitpunkt werden 100 Teilnehmer in Berlin und Brandenburg sowie im weiteren Projektverlauf auch in München und Erding gesucht. Die Teilnahme ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. (casenio, 03.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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Nach der Pleite der Bremer Greensill-Bank, bei der die Stadt 38 Millionen Euro in fünf Festgeldverträgen angelegt hatte, hatte sich der Rechnungsprüfungsausschuss im September mit zwei Abschlussberichten über die städtischen Finanzanlagen, einem rechtsanwaltlichen Votum sowie einer ergänzenden Stellungnahme der Verwaltung beschäftigt. Zu den vier Dokumenten, die ausschließlich in nicht öffentlicher Sitzung diskutiert wurden, gehörte auch der Bericht der städtischen Rechnungsprüfung, aus dem eine örtliche Tageszeitung in umfangreichen Auszügen zitiert hat. Deren Darstellung bleibt indes unvollständig, weil nur vermeintlich belastende, nicht jedoch die für die Stadtverwaltung entlastenden Feststellungen wiedergegeben werden. Im Kern ging es in der Ausschusssitzung im September vor allem darum, ob gegen die Ende 2013 vom Rat beschlossene Anlagerichtlinie verstoßen wurde. Dabei diskutierten die Mitglieder eingehend auf der Grundlage der Berichte von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfungsunternehmen, der ebenfalls unabhängigen städtischen Rechnungsprüfung sowie einem von der Stadt beauftragten rechtsanwaltlichen Kurzgutachten. „Alle Dokumente lagen am 14. September auf dem Tisch und waren Grundlage der Entscheidung“, stellt Kämmerer Roland Liebermann klar. „Im Bericht der städtischen Rechnungsprüfung wurden damals allerdings zahlreiche und angesichts der Tragweite des Untersuchungsgegenstands auch erhebliche juristische Ungenauigkeiten und Widersprüchlichkeiten ausgemacht, eingehend diskutiert und letztlich auch festgestellt, weshalb der Ausschuss diesen dann im Ergebnis nicht anerkennen konnte. Stattdessen wurde den Befunden des externen Wirtschaftsprüfungsunternehmens und der Rechtsanwaltskanzlei gefolgt.“ Der Rechnungsprüfungsausschuss kam nach vierstündiger Sitzung schließlich zu dem Ergebnis, dass Verstöße gegen interne oder externe Vorgaben nicht festzustellen sind. Der Stadtrat folgte dieser Rechtsauffassung in der folgenden Sitzung am 22. September 2021 und nahm den vom Bürgermeister zugleich vorgestellten Entwurf einer überarbeiteten Dienstanweisung zustimmend zur Kenntnis. Dabei soll künftig neben dem Rating einer Bank auch deren Bilanzsumme eine entscheidende Rolle zukommen. Zur besseren Abgrenzung, welche Gelder dem laufenden Liquiditätsmanagement unterliegen und welche Gelder gemäß der Anlagerichtlinie zu verwalten seien, wurde dem Stadtrat ein eindeutiger Verfahrensvorschlag gemacht, der das Risiko möglicher Anlageverluste für die Zukunft weiter minimieren soll. (Monheim, 16.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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Das Präsidium des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), dem Branchenverband für den öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehr, weist darauf hin, dass die Bus- und Bahnunternehmen aufgrund der aktuell bereits laufenden vierten Corona-Infektionswelle auch im kommenden Jahr mit Einnahmerückgängen in Milliardenhöhe rechnen müssen. Der Verband fordert daher von Bund und Ländern, den Rettungsschirm zur finanziellen Unterstützung der Branche weiterhin aufgespannt zu lassen, um die prognostizierten Verluste in Höhe von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro auszugleichen. VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff: „Die vierte Corona-Welle rollt und damit ist klar, dass die finanzielle Situation der Verkehrsunternehmen auch im kommenden Jahr angespannt bleiben wird. Wir sind auf einem guten Weg, um die Fahrgäste in Busse und Bahnen zurückzuholen. Hierfür hat die Branche massive Anstrengungen unternommen, aber nun mit stark steigenden Inzidenzen und den damit verbundenen Einschränkungen wird die weitere Fahrgastrückgewinnung ausgebremst. Alle Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Pandemie frühestens im kommenden Frühjahr oder Sommer endgültig eingedämmt sein wird. Die Verkehrsunternehmen benötigen daher dringend eine finanzielle Lösung für die anhaltenden Verluste. Die Unternehmen fahren, wie politisch gewünscht, immer noch nahezu 100 % des Angebots bei aktuell 70 bis 80 % der üblichen Fahrgastzahlen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Nachfrage in den kommenden Wochen und Monaten auf diesem Niveau bleibt oder sogar wieder leicht sinkt, dann fehlen der Branche im kommenden Jahr zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro an Fahrgeldeinnahmen. Dafür brauchen wir eine Lösung.“ Es bestehe, so das VDV-Präsidium, ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass dem ÖPNV eine zentrale Aufgabe beim Klimaschutz im Verkehr zugedacht sei. Ein starkes ÖPNV-Angebot auf Schiene und Straße sei dafür Voraussetzung. „Wenn aber die Verluste für die Branche unverschuldet in die Milliarden gehen, dann drohen am Ende sogar Angebotseinschränkungen im Nahverkehr. Das darf nicht passieren und kann auch nicht verkehrspolitisches Ziel von Bund und Ländern sein“, so Wolff abschließend. (VDV, 10.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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In seiner Rede beim Handelskongress Deutschland forderte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser die kommende Bundesregierung auf, die richtigen Impulse für einen kraftvollen Neustart der Wirtschaft nach der Coronakrise zu geben. Insbesondere in den Bereich der Tarifhoheit der Sozialpartner dürfe die Politik nicht immer weiter regulierend eingreifen. Vielmehr müsse es um mehr Spielräume und Öffnungsklauseln gehen. Zudem sieht der HDE-Präsident großen Handlungsbedarf bei der Stärkung des Handelsstandortes Innenstadt. „Die Aufgabenbeschreibung für die neue Bundesregierung ist ebenso klar wie ambitioniert: Es geht um nichts weniger, als Deutschland und sein Wohlstandsmodell durch einen tiefgreifenden Strukturwandel in die Zukunft zu führen“, so Josef Sanktjohanser. Zum anderen müsse die neue Regierungskoalition jetzt mit einer wirksamen Entfesselungsoffensive für eine Neuausrichtung der Wettbewerbspolitik sorgen, um ungleiche Bedingungen zu beseitigen oder zu verhindern. Denn die Corona-Krise sei für viele Händlerinnen und Händler längst noch nicht ausgestanden. Die staatlich verordnete Schließung weiter Teile der Branche habe tiefe Spuren hinterlassen und zu massiven Strukturverschiebungen im Handel geführt. „Die Politik verkennt, dass die Leistungsfähigkeit der vielen hunderttausend großen und kleinen Unternehmen in hohem Maße von der Vertragsfreiheit abhängt. Als Einzelhandel mahnen wir besonders an, dass das Wohl der Verbraucher, die von frei verhandelten, günstigen Preisen, aber auch optimierter Qualität und Vielfalt profitieren, nicht aus dem Blickfeld gerät“, so der HDE-Präsident. Die neue Bundesregierung müsse mehr Zutrauen in die Kraft des freien Unternehmertums und mehr Vertrauen in marktwirtschaftliche Prozesse haben. Sanktjohanser: „Für einen kraftvollen Neustart nach der Coronakrise brauchen wir in dieser Legislaturperiode eine wirksame Entfesselungsoffensive für die Wirtschaft.“ Dazu sollte die Politik beispielsweise in der Tarifpolitik nicht immer mehr Bereiche abschließend regeln und so keinen Freiraum mehr für Öffnungsklauseln oder betriebliche Vereinbarungen lassen. In diesem Zusammenhang machte der HDE-Präsident auch deutlich, dass politisch motivierte Mindestlohnerhöhungen schädlich seien. Zudem betonte Sanktjohanser die schwierige Situation in vielen Innenstädten. Um den Handelsstandort Innenstadt zukunftsfest zu machen, sei schnelles und koordiniertes Handeln gefordert: „Die Stadtzentren und mit ihnen der Handel müssen sich ein Stück weit neu erfinden. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam den richtigen Rahmen für diese grundlegende Metamorphose schaffen.“ (HDE, 17.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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Der ifo Präsident Clemens Fuest, Johanna Hey (Universität Köln) und Christoph Spengel (Universität Mannheim) haben sich dafür ausgesprochen, vermietete Immobilien nicht zu enteignen, sondern ihre Steuerprivilegien abzuschaffen. „Statt populistischer Forderungen nach Enteignung sollte die Politik besser über die Abschaffung von Steuerprivilegien für Immobilien bei der Einkommen-, Gewerbe-, Erbschaft- und Grunderwerbsteuer nachdenken“, schreiben sie im ifo Schnelldienst. Es gebe Fehlanreize für Investoren und eine unfaire Verteilung der Steuerlast. Die Steuerregeln begünstigten die Anhäufung von Grundvermögen in den Händen weniger Menschen sowie Unternehmen. Auch die hohen Immobilienpreise seien zum Teil auf das Steuerrecht zurückzuführen. Vergleichsweise geringe Korrekturen bei der Einkommensteuer, der Gewerbesteuer, der Erbschaftsteuer und der Grunderwerbsteuer könnten diese Probleme beheben und das Steueraufkommen erhöhen, ohne die wirtschaftliche Entwicklung zu belasten. „Der Gesetzgeber könnte daran denken, bei der Einkommensteuer Veräußerungsgewinne auch außerhalb der geltenden 10-Jahresfrist zu besteuern, die Gewerbesteuerbefreiung bei Immobilien-Aktiengesellschaften abzuschaffen und die Grunderwerbsteuer zu reformieren“, sagt Hey. Zudem ließe sich auf diese Weise systemkonform zusätzliches Steueraufkommen erwirtschaften. „Bei vermieteten Immobilien gehört die Doppelbegünstigung aus unbegrenztem Werbungskostenabzug und Steuerfreiheit des Veräußerungsgewinnes zu den letzten verbliebenen großen Steuervergünstigungen des Einkommensteuerrechts. Veräußerungsgewinne müssten voll besteuert werden“, sagt Spengel. Weiter schreiben die Autoren, Gewinne bei Immobiliengesellschaften unterlägen dann nicht der Gewerbesteuer, wenn diese ausschließlich auf die Verwaltung sowie die Betreuung eigenen Grundbesitzes einschließlich der Gewinne aus deren Verkauf entfallen. Eine Immobilien-AG könne ihre Mieteinkünfte und Gewinne aus dem Verkauf der Immobilien einnehmen, ohne Gewerbesteuer zu bezahlen, es falle also nur Körperschaftsteuer in Höhe von 15 Prozent an. Bei der Erbschaftsteuer sind den Autoren zufolge große Wohnungsbestände begünstigt, wenn für ihre Verwaltung ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb notwendig ist. Die Finanzverwaltung gehe davon aus, dass dies ab 300 Wohnungen gelte. Diese Privilegierung sei durch nichts gerechtfertigt. „Die Praxis der Finanzverwaltung ist augenfällig gleichheitssatzwidrig, weil hier nur besonders große Vermögen in den Genuss der Vergünstigung kommen“, schreiben die Autoren. Fuest, Hey und Spengel kritisieren auch, dass Immobilienkonzerne vielfach Objekte grunderwerbsteuerfrei kaufen und verkaufen. Der Grunderwerbsteuer könne man auf legale Weise entgehen, wenn Käufer Immobilien nicht direkt erwerben, sondern sie stattdessen Anteile an Kapitalgesellschaften kaufen, denen die Immobilien gehören. (ifo, 17.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat an die Bauministerkonferenz von Bund und Ländern appelliert, ein starkes Signal für sozialen Wohnraum und eine bezahlbare Energiewende im Gebäudebereich zu setzen. Die Zahl der geförderten und damit bezahlbaren Wohnungen sinkt seit Jahren. Nur um ihre Zahl zu stabilisieren, ist in den nächsten vier Jahren eine jährliche Neubauleistung von 80.000 Sozialwohnungen notwendig. Aktuell werden aber lediglich rund 26.000 Sozialwohnungen pro Jahr neu gebaut. „Bezahlbarer Wohnungsbau wird durch den Fachkräftemangel, explodierende Baukosten und knappes Bauland ausgebremst. Realistischerweise kann gar nicht so schnell und so viel mehr neu gebaut werden, wie neue günstige Wohnungen gebraucht werden. Deshalb sollten Länder und Kommunen durch den Ankauf von jährlich 75.000 preissenkenden Belegungsbindungen und die Förderung von 60.000 bezahlbaren Wohnungen den anspruchsberechtigten Bürgern das bezahlbare Wohnen garantieren. Das würde für ganz Deutschland den sozialen Frieden sichern“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW. „Damit würden wir wieder zu einer Politik zurückkehren, die über Jahrzehnte das sozial verträgliche Wohnen in Deutschland aufgebaut hat“, so Gedaschko. Dazu gehöre auch, die Mittel für die soziale Wohnraumförderung auf 5 Mrd. Euro jährlich zu erhöhen, je zur Hälfte finanziert von Bund und Ländern. Um das Bauen zu beschleunigen, sollten zudem Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfacht und digitalisiert werden. Alle Länder sollten die sogenannte Typengenehmigung in ihre Bauordnungen übernehmen, so dass Innovationen wie das serielle und modulare Bauen ihren Beitrag zur notwendigen Wohnraumversorgung leisten können. „Soziale Gerechtigkeit braucht eine ausgewogene Politik sowie geeignete Maßnahmen, um den Anstieg der Baukosten zu bremsen“, sagt Gedaschko. Nur eine verpflichtende und konsequente Berücksichtigung von Folgekosten-abschätzungen in Gesetzgebungs-, Normungs- und Bauplanungsprozessen kann die weitere Baukostensteigerung abbremsen. Zudem muss die Politik angesichts eines wachsenden Mangels an Materialien eine wirksame Rohstoffsicherung betreiben. Um die Klimaziele beim Wohnen bezahlbar zu erreichen, muss die notwendige Wärmewende zu einer klimaneutralen Beheizung und Warmwasserbereitung führen. Klimaneutralität wird dabei nur über den Einsatz erneuerbarer Energien erreicht. Die vor Ort in den Wohnquartieren gewonnene erneuerbare Energie muss dazu sehr schnell und extrem vereinfacht verwendet werden können. Die Nutzung leitungsgebundener erneuerbarer Energien sollte vollständig im Gebäudeenergiegesetz und bei der Förderung anrechenbar werden. Zudem müssen die Fernwärmenetze für fossilfreie Wärme unterstützt werden, Wasserstoff auch im Gebäudebereich zum Einsatz kommen und kommunale Energie- und Wärmepläne umgesetzt werden. (GdW, 18.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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Deutschlandweit müssen jährlich 308.000 neue Wohnungen gebaut werden, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Ampel-Parteien planen mit 400.000 neuen Wohnungen – und schießen damit über das Ziel hinaus: In den Ballungsräumen ist der Bedarf groß, auf dem Land aber überschaubar. Wohnungen sind vor allem in deutschen Städten ein knappes Gut: Bundesweit müssten jährlich 308.000 neue Wohnungen entstehen, um den Bedarf zu decken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das IW im Auftrag der Deutschen Reihenhaus AG erstellt hat. Zwar werden derzeit rund 306.000 neue Wohnungen gebaut, allerdings entsteht viel Wohnraum in Regionen, die künftig stagnieren oder sogar schrumpfen werden – dort droht dann Leerstand. Großstädte bauen dagegen viel zu wenig. Die Ampel-Parteien wollen sogar jährlich 400.000 neue Wohnungen bauen und würden damit deutlich über den Bedarf hinausschießen. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass es in den nächsten Jahren weiterhin viele Menschen in die Großstädte zieht: Zwar werden mehr Deutsche mobil arbeiten und seltener pendeln, aber die grundsätzliche Orientierung an einer Stadt ändert sich nicht. Dadurch müssten allein in den sieben größten deutschen Städten bis 2025 rund 58.100 Wohnungen jährlich neu entstehen. In Berlin sind es jedes Jahr 22.200 neue Wohnungen, in Hamburg 10.500, in München 7.800 und in Köln 5.700. In der Domstadt ist die Differenz zwischen Bedarf und fertig gestellten Neubauten bundesweit am größten: Zuletzt konnte Köln den Bedarf gerade einmal zu 40 Prozent decken, noch schlechter schneiden nur Kiel (28 Prozent) und Erfurt (38 Prozent) ab. „Um den Wohnungsmangel zu beseitigen, muss in den nächsten Jahren in vielen Großstädten und in deren Umland deutlich mehr als bisher gebaut werden“, sagt IW-Immobilienökonom Ralph Henger.  Gleichzeitig wird die Bevölkerung in 209 von insgesamt 401 deutschen Kreisen in den kommenden Jahren schrumpfen. Jeder zweite Kreis (202) baut derzeit mehr Wohnungen als notwendig. „In vielen ländlichen Regionen drohen in den nächsten Jahren massiver Leerstand und Verfall“, sagt Ralph Henger. Das betreffe vor allem Regionen in Sachsen-Anhalt und im Saarland. „Von bedarfsgerechtem Neubau kann keine Rede sein. Sinnvoller wäre es, die Einzugsbereiche der Großstädte zu erweitern und mehr in die angrenzende Infrastruktur zu investieren.“ Auf dem Land müsse es dagegen das Ziel sein, mehr zu sanieren und zu erhalten und dafür deutlich weniger neu zu bauen. (IW Köln, 19.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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Digitale Technologien können fast ein Drittel dazu beitragen, dass der Gebäudesektor in Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2030 erfüllt. Wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergibt, können bis zu 14,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Dies entspricht fast 30 Prozent des im Klimaschutzgesetz formulierten Reduktionsziels für den Gebäudesektor von 51 Millionen Tonnen CO2. Aktuell sind Energieverbrauch und CO2-Ausstoß von Gebäuden im Vergleich zu anderen Sektoren hoch: Mit 2.956 Petajoule entfallen ein Drittel des Energiebedarfs sowie bis zu einem Viertel der in Deutschland emittierten Klimagase auf diesen Bereich. Damit ist der Gebäudesektor neben Verkehr und industrieller Produktion einer der wesentlichen Verursacher von CO2-Emissionen. „Digitale Technologien können den Ausstoß von Treibhausgasen und den Energiebedarf von Gebäuden massiv senken – sie sind schnell einsatzbereit, entfalten ihr Potenzial unmittelbar und müssen daher viel stärker als bislang in der Klimapolitik berücksichtigt werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Schon die im Klimaschutzgesetz formulierten Ziele für das Jahr 2020 wurden seitens des Gebäudesektors nicht erfüllt. Die energetische Sanierung oder z.B. der Austausch von Heizungsanlagen werden auch langfristig nicht ausreichen und sind mit großen Investitionen verbunden. Die bisherigen Förderprogramme waren zu einseitig auf traditionelle Maßnahmen ausgerichtet. Den Kampf für das Klima gewinnen wir aber nicht allein mit dicker Dämmung, wir gewinnen ihn mit smarter Steuerung – im privaten Zuhause ebenso wie bei Gewerbeimmobilien.“  Die Bitkom-Studie wurde vom Borderstep Institut durchgeführt. Sie analysiert ausgewählte Technologien, zu denen gesicherte Erkenntnisse zu Einsparungen vorliegen, hinsichtlich ihrer Potenziale für Klimaschutz und Energieeffizienz. Es handelt sich dabei um die automatisierte Steuerung von Heizung und Warmwassererzeugung, von Beleuchtung und Kühlung sowie eine intelligente Sektorenkopplung, bei der eigene, regenerativ erzeugte überschüssige Energie etwa in Batterien für Elektrofahrzeuge gespeichert wird. Außerdem werden die möglichen Umwelteffekte der digitalen Technologien selbst betrachtet, denn es ist möglich, dass positive Effekte wie die Verringerung von Treibhausgasen durch gegenteilige Effekte etwa bei der Herstellung der Geräte reduziert werden. Insgesamt, so das Fazit der Studie, überwiegen die Einspareffekte des Technikeinsatzes die möglichen Umweltwirkungen jedoch deutlich. Die Ergebnisse der Studie im Überblick: Automatisierte Steuerung von Heizung und Warmwassererzeugung: In welchen Büros und Stockwerken eines Gebäudes halten sich gerade Menschen auf? Scheint die Sonne durch die Fenster? Herrscht in voll belegten Räumen wortwörtlich gerade „dicke Luft“? Eine auf digitalen Technologien basierende intelligente Steuerung kann Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen smart und automatisch regeln – was zu deutlichen Energie- und CO2-Einsparungen gegenüber einer manuellen Steuerung führt. Derzeit fallen mehr als 90 Prozent des Energieverbrauchs im Gebäudesektor für Heizung und die Warmwassererzeugung an. Erfolgt der Ausbau von Gebäudeautomation im Wärmebereich im aktuell vorherrschenden Tempo, können hier bis zum Jahr 2030 bis zu 5,7 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Bei einem ambitionierten und politisch gesteuerten verstärkten Einsatz der Technologien könnten sich die Einsparungen sogar auf 10,8 Millionen Tonnen bis 2030 erhöhen. „Mit einer digital gesteuerten Automation der Wärmeversorgung können wir den CO2-Ausstoß im Gebäudesektor in kürzester Zeit drastisch senken“, betont Rohleder. „Wir brauchen Anreize für Eigentümer und Mieter privater und gewerblicher Immobilien, um die entsprechenden Technologien schnell in die Fläche zu bringen.“ Automatisierte Steuerung von Kühlung und Beleuchtung: Nach dem gleichen Prinzip wie bei Heizung und Warmwassererzeugung erfolgt auch eine automatisierte Kühlung und Beleuchtung bedarfsgerecht und in Zusammenspiel mit anderen Teilen der Gebäudetechnik wie Rollläden oder Jalousien. Bei einem moderaten Ausbautempo dieser Technologien in Wohn- und Nichtwohngebäuden können bis 2025 rund 0,68 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Bei einem ambitionierten Ausbau sind diese Potenziale mit 0,7 Millionen Tonnen etwas höher. Intelligente Sektorenkopplung und Flexibilität: Mit dem Voranschreiten der Energiewende und dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien wird die Bedeutung eines zeitlich flexiblen Stromverbrauchs wichtiger. Das heißt, dass etwa Wärmepumpen genau dann Wärme in ein Gebäude einspeichern, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht – und dass das Elektroauto in genau diesen Zeiten der starken Erzeugung von Solar- oder Windkraftenergie seine Batterie auflädt und den Stromüberschuss nutzt. Eine intelligente Sektorenkopplung, die die das eigene Energieangebot von Gebäuden mit verschiedenen Speichermöglichkeiten wie Warmwasser oder die Batterien von E-Autos automatisch abgleicht und steuert, hat große Potenziale, Energie insgesamt einzusparen und den CO2-Ausstoß zu senken. Schreitet der Ausbau der entsprechenden Technologien im heutigen Tempo fort, könnten bis 2030 bis zu 2,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden – und 3,28 Millionen Tonnen bei einem beschleunigten Ausbau. „Mithilfe digitaler Technologien können wir enorme Mengen CO2 einsparen – und das in einem schnelleren Tempo und mit geringeren Investitionen als bei der Dämmung oder Sanierung von Gebäuden“, so Rohleder. „Die Studie zeigt aber auch: Wir brauchen eine umfassende Digitalisierungsstrategie für Deutschland. Die Technologien können ihr volles Potenzial für den Gebäudesektor nur entfalten, wenn er mit anderen Sektoren wie Energie oder Verkehr verzahnt ist.“ Dies müsse auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen berücksichtigt werden. „Eine konsequente Digitalisierung auch im Gebäudesektor ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Klimapolitik“ (bitkom, 10.11.2021) Ganzer Artikel hier…

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